2019: Herbstanfang im Allgäu

Panorama: Nebelhorn Aussicht

Zur Übersicht der Bayernreisen


So., 29.09.2019: Anreise - Hinanger Wasserfall

Ich habe viel Zeit, denn ich muss erst nach fünf im Hotel sein. Daher habe ich den Mietwagen auch für 10:30 Uhr reserviert, weil sie da am Sonntag schon um 11 Uhr schließen. Beim Abholen des Mietwagens muss ich eine lange Wartezeit in Kauf nehmen, es sind drei Kunden vor mir und die ersten müssen das Fahrzeug tauschen. Der vor mir lässt zwei zusätzliche Fahrer eintragen, einer davon unter 25. Ich bekomme einen weißen Golf Kombi, Benziner, mit einem recht hohen Tachostand von 20323 km.

Kurz vor eins erst fahre ich los zu den Eltern wegen gebügelter Hemden: fertige holen und ungebügelte vorbeibringen. Es geht stressfrei über den Föhringer Ring und die Autobahn bis Lochhausen. Ich bin dann mit Quatschen fast eine Stunde dort und um 14:40 Uhr geht es wieder los.

Die Fahrt verläuft ohne Probleme über Germering und die Lindauer Autobahn, ab Buchloe geht es auf die B12 über Kaufbeuren und Marktoberdorf und kurz vor Kempten dann wieder auf die Autobahn A7, dann auf die A980 und gleich wieder auf die Bundesstrasse über Immenstadt nach Sonthofen. Dort fahre ich runter und mit ein bisschen Zickzack durch Sonthofen nach Hinang. Trotz der teils nur sehr kleinen Straßen habe ich den Parkplatz gleich gefunden.

Der Hinanger Wasserfall liegt in einem kühlen Waldtal, ist sehr malerisch, und vom Parkplatz aus ist es eine kleine Runde von 1,5 km und kaum einer dreiviertel Stunde Dauer.

Hinanger Wasserfall
Hinanger Wasserfall

Danach fahre ich weiter die letzten Kilometer nach Oberstdorf auf der Nebenstraße. Das Hotel habe ich dank guter Vorbereitung und der Karte im Navi auch gleich gefunden. Beim Checkin werde ich von der jungen Dame bis aufs Zimmer begleitet. Dann gilt es, das Gepäck auszuladen und den Schweiß vom Steigen beim Wasserfall abzuwaschen.

Um Viertel nach sechs gehe ich los, über einen kleinen Park, einen touristischen Markt, der gerade schließt, und durchs Zentrum zum Bahnhof. Ich möchte da in die Dampfbier-Brauerei gehen, und bekomme einen Platz draußen an einem großen Tisch mit einem Paar. Später kommt noch ein älteres Ehepaar dazu. Das Dunkel, eher ein Amber, ist recht lecker, dazu nehme ich ein Brauer-Gulasch und einen Beilagensalat, den mir der Kellner aufschwatzt, am Ende noch einen Obstler. Um Viertel vor acht mache ich mich auf den Rückweg und bin kurz nach acht im Hotel. Es ist praktisch schon dunkel.

Mo., 30.09.2019: Derrenalpe

Ich habe schlecht geschlafen, es war erst gegen Morgen erholsam. Etwa um sieben bin ich dann aufgestanden und habe mich geduscht, fertig gemacht und bin zehn vor acht beim Frühstück unten angekommen. Frühstück gibt es erst ab 07:45 Uhr. Und schon erlebe ich die erste Überraschung des Tages: Es gibt fest zugewiesene Tische für jedes Zimmer. Das Buffet ist dann auch gut, umfassend und abwechslungsreich.

Um 8:20 Uhr bin ich losgefahren bis an das hinterste Ende vom Kleinwalsertal: Baad. Auf dem Weg dorthin bin ich am oberen Parkplatz der Breitachklamm vorbeigekommen, der liegt unmittelbar hinter der österreichischen Grenze. Mit der Familie im August waren wir ca. 300m vor einem Hinweisschild umgekehrt, weniger als 2 km vor dem Parkplatz.

Nach dreiviertel neun habe ich den Wanderparkplatz erreicht und um 08:55 wird losgewandert. Das wird ein perfekter Start mit der Beschreibung und der Handy-Karte. Es geht gleich von Anfang an bergauf, immer deutlich, oft auch mal steil. Dabei ist die Umgebung immer schön, aber immer öfter tröpfelt es, aber immer nur ganz kurz, meist eine Minute, nur einmal so drei Minuten lang. Am Scheitel oben auf der Derrenalpe nach zwei Stunden bin ich an der Wolkenuntergrenze angekommen und es regnet leicht. Daher gehe ich sicher auf keinen Grat oder Gipfel weiter oben, wo ich nur im Nebel und Regen wäre, sondern ich mache gleich den planmäßigen Abstieg - mit Stecken. Eine Pause und Brotzeit gönne ich mir bei der mittleren Spitalalpe. Die hat zwar geschlossen, aber die Bierbänke stehen draussen. Und ein paar Kästen mit einer Kasse für Selbstzahler haben sie auch rausgestellt. Als ich gehe, kommt ein älteres Ehepaar mit gut 70 an. Ich kann ihnen sagen, dass ihr Ziel nicht auf meiner Karte ist und sie wollen dann wieder absteiegen. Ich gehe über die untere Spitalalpe, was wie der Aufstieg sehr schön, aber vom Gelände doch auch etwas anders ist. Der Weg ist aber auch teils recht steil, die Stecken helfen dabei.

Derrenalpe
Derrenalpe

Um 12:50 Uhr bin ich wieder am Auto und rüste ab, kurz vor eins fahre ich zurück, halte am Rewe-Supermarkt in Oberstdorf kurz vor dem Hotel und bin dann nach dem Einkauf kurz nach halb zwei im Hotel. Also erst einmal Einkäufe auspacken, oben merke ich, ich habe das Handy im Auto vergessen. Und ich will noch den Schweiß abduschen, so bin ich erst deutlich nach 2 Uhr im Schwimmbad. Duschen, ein paar Bahnen schwimmen, am Beckenrand im Wasser das Panorama geniessen, Duschen, auf der Liege etwas ruhen. So gegen drei gehe ich in die Sauna, danach wieder Duschen, das wird vor dem Tauchbecken erbeten. Für die Ruhephase geniesse ich den Ruheraum mit Panorama. Gegen halb vier kommt der zweite Saunagang, wieder Duschen vorm Tauchbecken, wieder der Panorama-Ruheraum. Um halb fünf bin ich wieder auf dem Zimmer und dusche noch schnell. Dann fange ich an, ein bisschen für morgen recherchieren und komme schnell ins rumsandeln.

Um sechs gehe ich los zum Pizza essen: ich bekomme auch einen Tisch in der Pizzeria neben der Dampfbierbrauerei, die ist ohnehin im Keller. Während ich meine Pizza nach dem Tomatensalat esse, wird noch ein junger Mann zu mir gesetzt, der verputzt seinen Teller Spaghetti so schnell, dass er wieder weg ist, während ich meinen Grappa austrinke. Am Heimweg bietet sich mir ein Fotomotiv, aber ich habe keinen geeigneten Fotoapparat dabei: eine extrem schmale Mondsichel vor noch recht hellem Himmel genau zwischen einer noch etwas angestrahlten Wolke und dem Hügelkamm, der nur eine schwarze Silhouette ist. Bis ich im Hotel bin ist alles vorbei. Kurz vor acht bin ich zurück und plane noch ein wenig am Arizona Roadtrip nächstes Jahr herum.

Di., 01.10.2019: Nebelhorn

Ich bin wieder um zehn vor acht beim Frühstück. Danach am Zimmer ziehe ich mich um und gehe auf den Parkplatz zum Kofferraum vom Auto, mich mit der Wanderausrütung rüsten. Dort komme ich um halb neun los und gehe zu Fuss zur Talstation der Nebelhornbahn. Da ist nur eine kurze Schlange, als ich ankomme, so dass ich die nächste Gondel nehmen kann. Auf der Zwischenstation Seealpe muss ich umsteigen zur Zwischenstation Höfatsblick und bekomme in der Gondel die Information, dass der Weg zwischen den beiden Zwischenstationen wegen Steinschlaggefahr gesperrt ist. Ich muss ich also umplanen. Vom Höfatsblick gehe ich wie geplant den Gratweg - "Nur für Geübte" - auf den Gipfel. Dort ist dann nach dem Aufstieg, den ich meist ganz allein war, überall viel los: am Gipfelkreuz, dem Aussichtspunkt am Nebengipfel und am Nordwandsteig, der eigentlich ein Stahlsteg ist. Das Platzangebot im Restaurnat der Gipfelstation lässt mich Übles erahnen, dabei ist es mir jetzt schon zu viel Trubel. Also nehme ich bald den Abstieg übers Pfannenhölzle zum Höfatsblick. Dort finde ich eine Einkehr im Edmund-Probst-Haus auf der Terrasse: Es gibt für mich ein alkoholfreies Weizen und eine Flädlesuppe.

Gipfelkreuz Nebelhorn
Gipfelkreuz Nebelhorn

Nach zwölf Uhr nehme ich dann gezwungenermassen die Abfahrt mit der Seilbahn zur Seealpe, dann beginnt der Abstieg eben erst ab dort. Recht bald kommen auch hier meine Stecken zum Einsatz. Der Weg über den Faltenbachtobel ist ausserordentlich schön und führt im unteren Teil durch eine Schlucht mit zahlreichen wildromantischen Wasserfällen verschiedener Höhen. Als ich praktisch unten bin, versorgt ein junges Pärchen einen alten Mann, der wohl gefallen ist und eine blutende Platzwunde an der Stirn hat. Ein anderes Pärchen hat schon die Sanitäter gerufen und, als er verbunden ist, führen sie ihn die wenigen Meter zum Ende der Strasse und warten mit ihm. Ich warte das Verbinden geduldig ab, weil die Versorgung den Steig blockiert. Sie haben die Situation aber im Griff, also gehe ich weiter, als sie ihn ans Ende der Strasse begleitet haben. Der Fahrweg geht dann gleich quasi durch das Schisprungstadion hindurch und bald bin ich wieder an der Talstation, wo ich erst einmal fürs Einkaufen umrüste: Im Zentrum kaufe ich dann Limo und Knabbereien, gönne mir danach ein Eis und gehe das Eis schleckend zum Hotel. Am Auto muss ich nochmal umrüsten und auf dem Zimmer mache ich mich fertig für die heutige Dosis Wellness.

Ab etwa halb drei gibt es dann wieder Wellness: erst Schwimmen, dann die Sprudelquelle mitten im Becken einschalten und geniessen, dann noch etwas im Wasser das Panorama vom Beckenrand geniessen, schließlich habe ich das Schwimmbad ganz für mich allein. Dann geht es ohne Pause gleich nach dem Duschen direkt in die Sauna. Ich mache wieder zwei Saunagänge und nach dem zweiten geniesse ich die Ruhephase draußen auf einer sichtgeschützten Terrasse in der Sonne. Auch den Saunabereich habe ich komplett für mich, vermutlich weil heute das Wetter schöner ist. Ich scheine heute weniger Bedarf an Erholung zu haben, denn um Viertel nach vier bin ich wieder im Zimmer und fange an, Blognotizen machen und eine Mail an Dad vorzubereiten.

Es ist Viertel vor sieben, als ich zum Abendessen aufbreche. Ich versuche es erst einmal bei der Traube, wo ich mit der Familie im August hervorragend gespeist habe. Da wartet aber schon eine Schlange. Leider haben die beiden Alternativen, die ich im Auge hatte, geschlossen. Ich kreisele ein wenig zu Fuß durch das Zentrum und so um zwanzig nach sieben bekomme ich einen kleinen Tisch in der Oberstdorfer Einkehr. Da krieg ich dann zum Leichten Weizen ein sehr gutes Hirschgulasch, was noch mit einem traumhaften Mirabellenbrand getoppt wird. Nach einer Stunde geht es wieder zurück ins Hotel.

Mi.,02.10.2019: Breitachklamm

Ich habe den Verdacht, dass die Saunagänge und die zugehörigen Ruhephasen daran schuld sind, dass ich schlecht schlafe: Vermutlich habe ich zu viel Ruhe. Wie immer bin ich etwa um sieben auf und um 10 vor acht beim Frühstück. Danach habe ich Zeit, denn bei der Breitachklamm werde ich schnell sein. Um Viertel nach neun verlasse ich das Hotelzimmer und um zwanzig vor zehn habe ich die Kasse hinter mir.

Die Breitachklamm ist spektakulär wie schon im August, sie führt heute aber mehr Wasser: Schließlich hate es in der Nacht geregnet und erst morgens aufgehört. Diesmal mache ich Fotos mit einer richtigen Kamera und gehe hinter dem Felssturz auch noch deutlich weiter. Allerdings fängt es hinter der Abzweigung zum oberen Parkplatz wieder an zu regnen. Da steht auch ein Schild, dass mir sagt, das Waldhaus hätte geschlossen, eine Einkehr die auch der Wendepunkt hätte sein können. Das verwerfe ich in dieser Situation. Ich wende etwa um Viertel vor elf, als der Weg vom Fluß weg etwas hinauf in den Wald führt. Trotz Regen stresse ich mich nicht beim Rückweg, auch wenn jetzt die Klamm schon erkennbar besser besucht ist. Während ich in der Klamm bin, nimmt der Regen erkennbar zu, aber das merke ich aber erst, als ich am unteren Ende wieder herauskomme in das Flußtal. Ich lass mich immer noch nicht stressen und bin kurz vor zwölf zurück am Auto. Da stelle ich fest, dass die Kälte an meinen Schultern wirklich Wasser ist, vermutlich im Genick in die neue Softshelljacke hineingelaufen, weil ich die Kapuze erst ganz am Ende aufgesetzt habe

Breitachklamm
Breitachklamm

Zwanzig nach zwölf bin ich wieder am Zimmer und schon um Viertel vor eins gehe ich ins Zentrum von Oberstdorf, vielleicht kann ich ja ein wenig shoppen. Nur haben all die beeindruckenden Shops nichts, das mein Begehr wecken kann, weder Sportkleidung noch Spirituosen. Ein Holunderbrand schafft es fast, bis klar wird, dass er nicht regional ist, sondern ein Import aus Österreich. Da kann ich morgen in einem österreichischen Supermarkt schauen. Daher bin ich nach etwa einer Stunde zurück im Hotel und freue mich aufs Schwimmen. Als ich noch vor halb drei unten bin, verscheucht mich die Putzfrau mit der Ansage, dass immer mittwochs bis halb vier gesperrt sei. Also wieder hoch aufs Zimmer und ein paar Blognotizen machen.

Ich leg mich kurz hin und gehe ca. um 15:40 Uhr wieder runter. Da habe ich noch das Schwimmbad für mich und drehe meine Runden, gefolgt von der Sprudelquelle. Als ich unter der Dusche stehe, kommen langsam andere Gäste und, als ich nach einer Ruhepause wieder gehe, sind sechs weitere Gäste im Schwimmbad. Nach etwas über einer Stunde bin ich wieder am Zimmer, sandle rum, leg mich etwas hin, noch habe ich keine Lust zu packen.

Kurz vor sieben mache ich mich auf, etwas zu essen. Der starke Regen wird so schnell nicht aufhören. Nachdem ich verschiedene Wirtschaften inspiziert habe, gehe ich in die erste, die ich wegen der Hausmusik zunächst verworfen hatte, aber die übrigen waren zu voll. Es gibt zum leichten Weizen ein Rumpsteak, wie bestellt englisch. Ich muss aber erst etwas Platz am Teller schaffen, denn die Salatgarnitur aus großen Blättern hat den Umfang eines Blumenstraußes. Die Pommes sind in der Tüte in einem Blechbecher und können erst einmal nur mit den Fingern gegessen werden aus Platzmangel am Teller. Bei der Hälfte hab ich dann Platz dafür geschaffen, sie auf den Teller auszuleeren. Es kommt ein schönes rauchiges Ketchup dazu und Mayo, die ich nur für die einzelnen künstlich geschwärzten verwende. Alles ganz passend, nur die Kräuterbutter war etwas zu kalt am Anfang... Bei der Suche nach einem Verdauungsschnaps finde ich auf der ausführlichen Spirituosenkarte einen Schatz: Nikka Yoichi 10 years. Dieser japanische Whisky wird seinem Ruf gerecht: ein klarer, straighter, aber sehr fein ausgebauter Whisky und das teile ich gleich Joe in Kolumbien per Whatsapp mit. Den mal zu probieren ist den stolzen Preis wert. Um zwanzig nach acht mache ich mich auf den Rückweg ins Hotel, durch den immer noch recht ordentlichen Regen. Da bin ich kurz nach halb neun.

Do.,03.10.2019: Rückreise - Vilsalpsee im Tannheimer Tal

Wiedermal so um sieben aufstehen, aber heute fange ich nach der Dusche schon vor dem Frühstück an zu packen. Trotzdem geht es zehn vor acht zum Frühstück wie immer. Danach noch fertig packen und ein paar Sachen ins Auto tragen, es auf den vorderen Parkplatz fahren und mit dem restlichen Gepäck auschecken. Kurz nach neun bin ich auf der Straße. Es geht nach Sonthofen und Bad Hindelang. Auf der Passtraße nach Oberjoch bremsen mich ein Nordlicht und ein Linienbus aus. Es geht gemütlich weiter über die Grenze nach Tannheim, wo ich herausfinde, dass die Zufahrt zum Vilsalpsee ab zehn Uhr nicht mehr zulässig ist. Zum Glück habe ich noch knapp zehn Minuten. Zwar ist wieder ein Schleicher vor mir, aber um zehn stehe ich am Parkplatz.

Es geht auf der Westseite des Sees entlang, teils in der Sonne, die langsam über die Berge kommt. Mit wirklich malerischen Ausblicken komme ich ans Ende des Sees und weiter zur Vilsalpe, wo momentan noch nicht viel in der Wirtschaft los ist. Ich gehe weiter, die Wasserfallrunde und an deren Wendepunkt noch den Stichweg hinter zum Wasserfall Bergaicht. Für den Rückbogen der Wasserfallrunde muss man über den Bach des Wasserfalls, was momentan gar nicht so leicht ist, weil er nach den Regen- und Schneefällen der letzten Zeit recht viel Wasser führt. Ein junges Pärchen hat auch Probleme dabei, ich suche mir eine Stelle weiter oben am Bach als sie, aber beim ersten Versuch trete ich voll ins Waser, um das Gleichgewicht zu halten, und es fliesst etwas in den linken Schuh. Hätte ich doch nur die Stiefel statt der Halbschuhe angezogen. Der zweite Versuch der Querung haut dann aber hin und nach einmal neu schnüren macht die Nässe im Schuh auch nichts aus. Am Weg entlang des Ostufers stehen zweimal Schilder wegen einer Wegsperrung und akuter Steinschlaggefahr, um die sich aber keiner zu kümmern scheint. Weiter vorn am eigentlichen Felssturz klärt es sich mit einer Infotafel zur Chronologie auf: Der Felssturz war 2008 und der Weg wurde 2016 wiedereröffnet. Anscheinend hat sich seitdem niemand um die Schilder gekümmert. Um ca. 12:30 Uhr bin ich wieder am Parkplatz, wechsle die Schuhe und bezahle mein Ticket. Dann geht es auf die Strasse zurück nach Hause, allerdings erst einmal sehr langsam. Bis Tannheim nehmen viele Wanderer und Spaziergänger lieber die Strasse statt des anscheinend sehr schönen Wanderwegs, ausserdem ist in jeder Richtug ein Touristenzug mit nur 10 Sachen unterwegs.

Vilsalpsee
Vilsalpsee

Auf der Strasse nach Reutte halte ich bald bei einem M-Preis Supermarkt an, der kann mich aber nicht überzeugen. Unten im Lechtal ist der nächste fällig, wo ich doch noch etwas Schnaps, Graukäse und einen kühlen Almdudler für die Fahrt kaufe.

Durch Reutte geht es recht zäh, aber das ist nichts im Vergleich zu dem endlosen Stau in der Gegenrichtung. Das Bild bleibt dasselbe auf der Fernpassstraße bis ich nach Füssen abbiege. Einen Schnapsladen direkt an der deutschen Grenze vor Füssen ignoriere ich, zweifle aber, ob diese Entscheidung richtig war. Dasselbe gilt für den Lechfall direkt an der Straße. In Füssen muss ich eine Umleitung über die B16 statt der B17 nehmen, also westlich statt östlich am Forggensee vorbei über Lechbruck nach Steingaden fahren. Ab da geht es wie geplant Richtung Peiting, auf die B417 über Peissenberg, danach die Abzweigung nach Weilheim und dann über die B2 nach Starnberg und die Autobahn heim. Um kurz vor vier bin ich daheim, trage erst einmal nur einen Teil des Gepäcks hoch, weil ich etwas entfernt parke. Später geht es so um sechs noch als Abschluss zum Abendessen zu Five Guys nach Riem, klassisch Burger mit Fritten und Vanilleshake. Und am Rückweg trage ich dann das restliche Gepäck hoch und die Reise ist zu Ende.


Zur Übersicht der Bayernreisen