Durch die Landes

Travelblog für 21.09.2016

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Als ich die Augen aufmache, sehe ich Nebel. Dann habe ich es nicht so eilig mit dem Aufstehen. Doch schon als ich aus der Dusche komme, ist davon nicht mehr viel zu sehen. Also geht es kurz nach neun los, aber nicht ohne Zwischenstopp beim lokalen Supermarkt, erstes Ziel heute: Contis Plage, einer der zahlreichen Strandorte hier, aber dieser hier hat einen Leuchtturm. Und sie haben ihre Häuser bis auf die letzte Düne vorm Ozean gebaut - gewagt. Der Leuchtturm steht weiter hinten im Pinienwald. Da reicht eine Begutachtung.

Contis Plage: Leuchtturm
Contis Plage: Leuchtturm

Mein nächstes Ziel ist interessanter: Von der Pont de Pichelèbe kann man durch den Pinienwald zu einem sehr einsamen Strand spazieren, die kaum ein Dutzend Häuser dort am Strand heißen Huchet. Ich gehe am Strand ein bisschen nach Norden - Richtung Süden waren so fünf Leute zu sehen. Irgendwann mache ich mich auf den Rückweg und gehe noch ein Stückchen weiter flußaufwärts am Courant d‘Huchet, dem kleinen Flüsschen, dass die Ausrede für die Brücke bietet. Bei den Cyprès chauves - den glatzköpfigen Zypressen drehe ich um. Da sind im Flussufer Dutzende kleine Zypressenstümpfe, die ein bisschen kegelförmig einfach aufhören ohne irgendwelche grünen Zweige. Die sind meist so einen halben Meter hoch und wirklich rätselhaft. Das reicht aber an Pinienurwaldphänomenen und ich fahre weiter nach Léon. Dessen Attraktivität beschränkt sich aber auf den Hauptplatz und, wenn man nicht gerade einkehren will, sieht man alles beim Durchfahren, wobei ich es auch belasse.

Cyprès chauves am Courant d‘Huchet
Cyprès chauves am Courant d‘Huchet

Da zeigen sich die Landes aber auch von ihrer schönsten Seite. Es ist eben ein fast endloser Sandstrand mit einem tiefen Hinterland auf Sandboden, halt Schwemmland und darin den Oregon Sand Dunes sehr ähnlich. Da, wo der Pinienwald naturbelassen ist und der Sand ein bisschen hügelig, ist es wahnsinnig schön, ebenso dort, wo die Seen im Hinterland der Dünen sind. Es ist aber auch eher langweilig, wenn es platt ist und die Straßen endlos geradeaus laufen oder diese ebenen Flächen kultiviert werden. Die Dörfchen sind nett, aber oft eher unspektakulär, die Strandsiedlungen gern etwas einseitig. Aber es gibt viele Radwege, wirklich ein Eldorado für Radfahrer und unzählige Campingplätze in den Pinienwäldern, am Meer oder an den Seen.

Stierkampfarena, Dax
Stierkampfarena, Dax

Mein nächster Halt wird Dax. Aus Dummheit laufe ich los, ohne den Reiseführer noch einmal angesehen zu haben. Die Stierkampfarena finde ich nach ein wenig Suchen trotzdem. Leider heute geschlossen. Angeblich tun sie hier dem Stier nichts, wenn sie was tun. Und beim Rückweg sehe ich auch, dass ich schon am Hotel Splendid vorbei gekommen bin. Das ist nur leider auch geschlossen und außer Betrieb, so dass es nicht mehr die Jugendstilatmosphäre aus dem Reiseführer verströmen kann. Von außen ist es nicht so aufregend. Und die Nehé-Quelle finde ich nicht mangels Lageinformation. Später sehe ich im Reiseführer, dass ich sie in einem Bogen umrundet habe, dumm gelaufen, aber egal. Lieber weiter nach Capbreton. Das wird kurz vor Ziel ein wenig lästig, weil die Verkehrsführung durch Hossegur und Capbreton ziemlich nervig ist, aber eigentlich haben sie ein schönes Seebad versucht und alles ist da: ein netter Jachthafen, eine adrette Strandpromenade, und sogar in der Ferne im Süden die Bergsilhouetten der Pyrenäen. Ich erkenne das an, mache ein Foto und will aber jetzt nur noch - endlich - nach Biarritz, meinem einzigen längeren Aufenthalt dieses Urlaubs.

Ich bin schon etwas ausgelaugt und daher ist die Fahrt besonders lästig, da es recht bald nur noch der Stadtverkehr im Großraum Bayonne ist. Das nervt, aber es geht auch vorbei und ich komme gut rein nach Biarritz. Kurz vor dem Hotel missverstehe ich die Navikarte und darf noch eine kleine Ehrenrunde drehen, nach der finde ich das Hotel aber perfekt. Dort wartet schon mein reservierter Parkplatz - und das wirklich mitten in Biarritz. Als ich aus der Dusche steige, ist es kurz nach sechs und ich kann erstmals genießen, dass ich von meinem Zimmer aus das Meer sehe. Ich gehe um kurz nach sieben ein wenig die Stadt erkunden und bin mir ratzfatz sicher: Hier bin ich richtig. Irgendwann fange ich mir noch eine Pizza à la Basque ein, aber danach brauche ich dann Ruhe.


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