Eine kleine Tour durch das französische Baskenland

Travelblog für 22.09.2016

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Saint Jean de Luz, Strandpromenade
Saint Jean de Luz, Strandpromenade

Es geht zuerst einmal an der französisch-baskischen Küste entlang nach Saint Jean de Luz. Dank ziemlichen Verkehrs zieht sich das etwas und dort fahre ich gleich in das nächste Parkhaus. Der Ort ist ziemlich witzig mit einer netten Strandpromenade auf einem massiven gemauerten Damm. Dahinter eine verwinkelte Altstadt mit vielen baskischen Häusern und einer bemerkenswert großen Fußgängerzone zum Shoppen. Vom Damm aus hat man den Eindruck, manche der Straßen in der Altstadt müssten unter Meeresniveau liegen. Spätestens, wenn man sie aber mal durchquert und auf der anderen Seite am Hafen ankommt, merkt man, dass es nur eine Täuschung ist. Neben dem Hafen ist auch noch ein zentraler Platz und ein bisschen dahinter eine typisch baskische Kirche mit drei hölzernen Galerien und einem Kreuzgang in Bildern innen an der Wand. Auf der anderen Seite des Hafens liegt Ciboure, das deutlich weniger touristisch ist, aber eben dafür ursprünglicher. Auch dort gibt es eine etwas kleinere baskische Kirche, eben mit den drei Galerien und dem Kreuzgang in Bildern. Beide sind einen Besuch wert, Saint Jean wohl auch einen Aufenthalt.

Ciboure, Kirche, Innenansicht
Ciboure, Kirche, Innenansicht

Ich fahre die Küstenstrasse vom Hafen in Ciboure aus nach Hendaye, die Corniche Basque entlang. Der Anfang ist wegen der schrägen Lage der Gesteinsschichten recht interessant anzuschauen und recht hübsch, das Ende könnte noch etwas spektakulärer sein, man sieht es aber nicht, weil die Straße die unmittelbare Küstenlinie verlässt. Da aber am Anfang der Wanderweg direkt an der Straße entlang geht, habe ich die Lust verloren, nachzusehen, ob man da zu Fuß noch was rausholen könnte.

Corniche Basque
Corniche Basque

Also fahre ich nach Hendaye rein, aber die Uferpromenade ist im Vergleich eben noch so ein Seebad, das sind andere, die ich schon gesehen habe, keinen Deut schlechter. Die Wellen scheinen aber gut zum Surfen zu sein, angesichts der wirklich vielen Surfer hier. Auch ein kleiner Schlenker in das alte Zentrum beeindruckt mich nicht wirklich und ich beschließe, gleich weiter zu fahren ins Hinterland. Ich biege sogar in einem Kreisel kurz falsch ab und lande versehentlich in Spanien, was ich ja gar nicht vorhatte. Bei der Wiedereinreise stehen dank des Ausnahmezustands ein paar Polizisten und sehen sich die Autos im Vorbeifahren an, anhalten tun sie kein einziges.

Ich versuche also den Weg nach Ascain zu finden, was ich auch gut hinbekomme. Das ist ein ganz hübsches, aber auch unaufregendes, baskisches Dorf, weswegen ich einfach durchfahre. Am Col de Saint Ingnace, mit ganzen 169m trotzdem ein ganz pfiffiger kleiner Pass, geht auf der Passhöhe die Zahnradbahn auf den Berg La Rhune. Da gibt es aber trotz Kreiseln keinen Parkplatz. Da ich heute sowieso noch nicht da hinauf will, kann ich die Preise auch im Hotel im Internet herausbekommen. Also weiter nach Sare, das aber bei einer kurzen Begutachtung dieselbe Einschätzung wie schon Ascain erhält. Damit geht es gleich zur Grotte de Sare. Und da erfahre ich auch noch, dass es nur geführte Touren auf französisch gibt und die nächste erst in über einer Stunde losgeht. Der Reiseführer hat dagegen self-guided Touren beschrieben. So lange warte ich nicht, morgen ist auch noch ein Tag und ich fahre nach Ainhoa. Das ist wirlich ein baskisches Dorf, bei dem sich das Anhalten lohnt. Auch da ist nicht wirklich viel los, es ist aber besonders hübsch und hat auch wieder eine baskische Kirche mitten in einem malerischen Friedhof.

Ainhoa
Ainhoa

Nur hat man sich auch dieses Dorf recht bald angeschaut, womit ich noch Zeit habe, südlich von Ixtassou den Pas de Roland anzusehen. Das ist ein Felsentor in der Schlucht des Flüsschens Nive, das der Legende nach Roland mit seinem Schwert aus dem Fels gehauen hat. Es meint den Roland aus dem Rolandslied, der laut dieses Epos, aber unbewiesen, ein Neffe Karls des Großen war. Das Tor ist nett, man kann sogar durchgehen. Dorthin führt eine kurvige, einspurige Straße zwischen Fels und einer kleinen Mauer zum Fluß, die aber keine Einbahnstraße ist, was der Sache ein wenig Kitzel gibt. Und gerade, als ich da bin, kämpfen sich auch noch ein paar Rafter durch die Stromschnelle unmittelbar am Pas de Roland. Ein wirklich lohnender Programmpunkt.

Pas de Roland
Pas de Roland

Dann geht es aber zurück nach Biarritz mit Tanken dort, die Parkplatzsperre am Hotel habe ich auf Anhieb im Griff, und so kann ich noch ein bisschen Bummeln und im kleinen Supermarkt beim Hotel einkaufen, bevor ich mir eine Dusche gönne und später Abendessen gehe. Da bleibe ich auch direkt gegenüber vom Hotel im Café du Commerce und lasse mich mit Forellenfiletstücken mariniert mit Zitrone und Kapern, einseitig kurz angebratenen Thunfischfilet mit einem Belag aus Kapern, Tomaten und Kräutern sowie einem kleinen Kuchen mit Zitronencreme und Vanillesahne verwöhnen. Was für ein Abschluss!


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