Bayonne und Biarritz

Travelblog für 24.09.2016

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Heute habe ich es nicht eilig, das Programm ist ja übersichtlich: zuerst Bayonne und dann endlich ein bisschen Fotografieren in Biarritz. Ich komme trotzdem um Viertel nach neun los und denke, das passt schon. Beim Hotel hört der heute aufgebaute Markt auf, also komme ich problemlos raus. Der lokale Verkehr war ja bisher immer sehr dicht und lästig und ich erwarte eine dreiviertel Stunde ins Zentrum von Bayonne zu brauchen. Aber heute zum Samstag ist um diese Zeit fast nichts los und schon zwanzig Minuten später steht das Auto am Parkplatz in Bayonne. Ich gehe aufs Geratewohl los und lande gleich in einer Fußgängerzone direkt auf dem Weg zum Dom. Der erste Programmpunkt klappt schon mal.

Bayonne: Kathedrale mit Kreuzgang
Bayonne: Kathedrale mit Kreuzgang

Der Dom ist wirklich ganz nett und hat einen hübschen Kreuzgang angeschlossen. Ich gehe dann runter zur Nive und komme direkt auf dem heutigen Markt raus. Nachdem ich kein Gemüse kaufe, gehe ich recht bald über die Nive und zum Chateau Neuf. Das ist inzwischen Universität, aber es wird dadurch auch nicht interessanter. Darauf erst einmal einen Kaffee - der erste seit dem Flieger, fällt mir bei dieser Gelegenheit erst auf. Dann in die kleine aber wenig bedeutsame Kirche unterhalb vom Chateau Neuf und wieder ein wenig durch die Altstadt auf beiden Seiten der Nive.

Bayonne: Baskische Flagge
Bayonne: Baskische Flagge

Ich bringe noch mein Hoodie ins Auto und dann geht‘s in das Musée Basque. Das ist eine echte Empfehlung wert. Da wird Leben, Kultur und Geschichte des baskischen Volkes sehr abwechslungsreich und in moderner Aufbereitung gezeigt.

Bayonne: Musée Basque
Bayonne: Musée Basque

Im Stockwerk zur Geschichte gibt es noch eine Sonderaustellung zur Hochzeit der Infantin von Spanien mit dem König von Frankreich 1660, die hierzulande geschlossen wurde. Über eineinhalb Stunden verbringe ich im Museum, obwohl die Texte dort „nur“ auf französisch, baskisch und spanisch sind. Ganz am Schluss sehe ich mir die Animation ganz am Anfang der Ausstellung an, die die politischen Zugehörigkeiten des Baskenlandes in mehr als zweitausend Jahren abspielt. Da kommt es einem wie ein Wunder vor, dass dieses Völkchen seine Identität so lange so gut bewahren konnte. Irgendwie scheinen sie wie eine Mischung aus Iren und Schweizern zu sein, aber noch starrköpfiger... Sehr sympathisch.

Bayonne: Ufer der Nive
Bayonne: Ufer der Nive

Nach dem Museum streife ich plan- und ziellos mäandernd durch die Altstadt solange ich Lust habe, schaue kurz beim Chateau Vieux vorbei, das gehört aber dem Militär und man darf es nur von außen sehen. Sie bauen dann auch den Markt ab, ich gönne mir ein Eis, und es ist nach zwei, als ich beschliesse, Bayonne ist jetzt wirklich ausreichend besichtigt.

Es geht also zurück nach Biarritz, mit einem Zwischenstopp im Supermarkt. Auch jetzt ist nichts vom Verkehrschaos an den Wochentagen zu sehen und bin ganz fix zurück in Biarritz. Nur ist da der Markt nicht zu Ende und die Teile des Zentrums, durch die ich zum Hotel fahren will, sind gesperrt. Ein Versuch, schlau kleinräumig drumrum zu kommen, scheitert kläglich, also versuche ich es mit Hilfe des Navi in einem weiten Bogen. Das haut dann auch perfekt hin, ich komme aus der kleinen Seitenstraße praktisch gegenüber vom Parkplatz des Hotels. Noch schnell einen Hotelangestellten von meinem Parkplatz verscheuchen und die Einkäufe aufs Zimmer bringen, schon kann die Fotosafari durch Biarritz losgehen.

Biarritz: Casino
Biarritz: Casino

Es geht über den Markt, der eher ein Kleidermarkt zum Sommerschlussverkauf ist, was erklärt, warum er noch läuft, und weiter zur Strandpromenade des Grand Plage, hinten um das Hôtel du Palais herum zu der Promenade des Plage Miramar und wieder hoch durch die Straßen zum Leuchtturm.

Biarritz: Grand Plage und Leuchtturm
Biarritz: Grand Plage und Leuchtturm

Und wieder zurück durch die Straßen und nach dem Grand Plage zum Rocher de la Vierge, einem leicht zugänglich gemachten Felsen im Meer mit einer Marienstatue.

Biarritz: Rocher de la Vierge
Biarritz: Rocher de la Vierge

Direkt dahinter ist das Aquarium. Ich komme darauf am Plage du Port-Vieux vorbei. Heute sind all diese Strände richtig gut besucht, wer weiss, wie lange man noch im Meer baden kann dieses Jahr. Den Fels ums Eck ist die Côte des Basques, praktisch nicht existent wegen Flut am Abend meiner Ankunft, heute ist da ein kleiner Sandstreifen. Das stört aber die Scharen von Surfern nicht, die da im Wasser auf die richtige Welle warten. Diese Welle kommt aber nicht so oft, daher gibt es meistens eben genau das zu sehen: Surfer, die darauf warten. Ich sehe ihnen ein paar Minuten beim Warten zu, aber das ist sehr schnell zu langweilig. Da sind auch keine besonderen Fotos drin.

Biarritz: Surfer an der Côte des Basques
Biarritz: Surfer an der Côte des Basques

Schon die ganze Zeit ist das Licht schlecht, weil die Sonne tief im Süden steht, aber der Horizont ein wenig verschleiert ist. Da wird nicht viel bei dieser Fototour rauskommen. Ich mache noch ein paar Fotos in der Kirche in der Nähe des Hotels und bummle noch etwas über den Markt, aber bei dem Stand, an dem ich eine kleine Stranddecke kaufen will, ist wiederholt kein Verkaufspersonal auszumachen, weshalb der Deal nichts wird. Also lieber zurück ins Hotel und endlich duschen. Nach der sehr erfrischenden Dusche habe ich auch schon Lust zu essen und gehe in eine kleine Brasserie in der Nähe vom Casino. Da bekomme ich die Moules Frites, auf die ich gestern schon Lust hatte. Und Boquerones vorweg und einen Kräuterschnaps danach, der doch recht an Escorial grün erinnert...


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