Lauter Zwischenstopps

Travelblog für 22.05.2017

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Nach einer Nacht mit wenig Schlaf wegen der Zeitverschiebung richte ich mich im Mietwagen jetzt endlich häuslich ein. Aber zuerst hole ich mir noch im Office einen kleinen Becher echt ameriknischen Kaffee: warmes braunes Wasser. Bevor ich mich richtig auf den Weg mache, halte ich bei Walmart an, einkaufen: ein paar Toilettenartikel, Snacks, Wasser, aber vor allem eine Handyhalterung für das Auto. Dann geht es los und ich bin vor halb neun auf dem I-25. Der erste Versuch mit der Handyhalterung war zwar elegant, aber nicht stabil genug. Hier bessere ich nach, als ich nach zehn Meilen wieder vom Freeway runter bin und dann ist es recht gut. Die ist sogar so smart, dass ich sie anders als ursprünglich geplant, auch wieder mit heim nehmen werde. Der Highway danach ist so, wie man ihn sich im Westen vorstellt. Durch die Wüste, oft meilenweit geradeaus und nichts als Strasse und Wüste. Der einzige Ort in der Karte besteht aus zwei Anwesen, eins davon ein Rock Shop, und einem Sendemast. Aber ich reite weiter in die aufsteigende Sonne...

Den Trinity Site des ersten Atomtests überhaupt lasse ich einige Meilen rechts in der Wüste liegen. Soweit ich weiss gibt es dort nicht allzu viel zu sehen.

Valley of Fires Ausblick
Valley of Fires Ausblick

Noch vor halb zehn bin ich beim Valley of Fires und nachdem ich wegen Magel an passeden Dollarnoten im Visitor Center die Fee bezahlt habe, sehe ich erstmal das Faltblatt nicht, auf das mich die freundliche Dame hinweist. Sie muss es mir selber aus dem Ständer holen. Dann kann ich auf den kleinen Rundweg. Der Interpretive Trail ist Rollstuhl-tauglich ausgebaut und führt recht schell mit einigen Infotafeln ein wenig durch den Lava Flow. Der ist hier auch recht schön, weil er durch die Kakteen, Yucca und andere Pflanzen sehr schön kontrastiert wird. Da schadet es auch nicht, dass gerade die zwei häufigsten Kakteenareten blühen. Man wird auch noch an einem Wacholderbusch vorbeigeführt, der auf ca. 400 Jahre geschätzt wird, sehr beeindruckend in diesem Klima. Es ist jetzt schon über 20 Grad und die Sonne brennt.

Valley of Fires Detail
Valley of Fires Detail

Auf den Weg weiter zum Three Rivers Petroglyph Site werde ich ein kleines bisschen von zwei Baustellen ausgebremst, aber eigentlich geht es auch dahin schnell. Ich verpasse aber erst mal die Abzweigung, weil auch Three Rivers nur aus ein paar einzelnen Häusern besteht, merke es aber sofort, auch dank der Kartenansicht auf dem Handy.

Three Rivers Petroglyph Area
Three Rivers Petroglyph Area

Die Steinzeichnungen auf dem Hügel etwas ausserhalb scheinen zuerst nicht so spektakulär zu sein, sie sind aber schön, wenn auch nach erstem Anschein teils klein, aber vor allem viele. Die Häufigkeit und Dichte ist es, was diesen Ort wirklich beeindruckend macht. Aber auch hier bin ich nach einer Stunde durch und sehe mir noch den kurzen Weg zur Ausgrabungsstätte des damaligen Dorfes an, das aber nur wenig zu bieten hat.

Three Rivers Petroglyph Area Detail area detail
Three Rivers Petroglyph Area Detail

Aber hier ist es selbst am Picknickparkplatz so lauschig, dass ich mir einen kleinen Snack gönne und ein wenig an diesem Travelblog hier schreibe, bevor ich nach eins weiter fahre nach White Sands. Damit ist das schon der zweite Punkt heute, der ein Anhalten dringend nahelegt, wenn man da mal vorbeikommt. Als ich dann durch Alamogordo fahre, sehe ich auch schon das Motel, das ich reserviert habe.

In White Sands ist das Visitor Center recht klein, und der einzige Ranger wird regelrecht belagert, also gehe ich wieder und fahre gleich zur Entrance Station. Dem dortigen Ranger kann ich mich auch erst mal nicht so recht verständlich machen, denn ich bestelle nicht den "America the Beautiful"-Pass sondern einen Golden Eagle Pass - und der ist zu jung, um zu wissen, dass ersterer vor über zehn Jahren wie letzterer geheissen hat. Aber ich kann ihm ja mit eigenen Worten erklären, was ich will, und da geht auf einmal alles ganz leicht. Ich will ja heute eigentlich nur zum ersten Parkplatz, mich mal umsehen und dann wieder nach Alamogordo. Sie haben nur für die erste Hälfte der Strasse hinein einen "Safety Corridor" ausgewiesen und man darf nicht anhalten, auch alle echten Parkplätze und Abzweigungen sind auf diesem Teil der Strecke gesperrt. Dann gehe ich halt den Boardwalk in die weissen Dünen lang und mache ein paar erste Fotos im Park.

White Sands National Monument - bewölkt
White Sands National Monument - bewölkt

Aber dann geht es wirklich zurück nach Alamogordo, wo ich durch die Stadt cruise, um nach einem Restaurant für den Abend Ausschau zu halten. Und ich fahre auch mal zum Space History Museum, ob das was für den nächsten Nachmittag sein könnte. Es könnte schon, sieht nicht nach einem Rip-off aus. Nach einem Stopp bei Walgreen's, der ohne Beute verläuft, kaufe ich Bier (ein Sixpack eines Craft Brews aus Arizona) und Lemonade bei Lowe's Signature, eine Supermarktkette, die mir neu ist. Sie macht auf edel mit einzeln präsentierten Äpfeln und Holzregalen beim Wein. Am komischsten ist aber, dass der Laden praktisch ganz mit Teppichboden ausgelegt ist. Dann fühle ich mich bereit zum Check-In. Der ältere Inder will mir zuerst ein Raucherzimmer andrehen, lässt mich sogar zwei davon besichtigen, die beide müffeln. Erst mein Beharren auf dem Hinweis ich hätte bereits vor Monaten ein Nichtraucherzimmer reserviert, lässt ihn dann doch einknicken. Das Motel ist sehr ordentlich für den günstigen Preis, diesen merkt man aber auch klar.

Nachdem ich mich etwas ausgeruht habe, fahre ich Viertel nach sechs zum Essen. Ich lande im Buffalo Wild Wings, einem Laden der Teil einer Kette sein muss, angesichts des teueren, umfassenden, professionellen Marketings und der Ausstattung mit zwei Reihen grosser Bildschirme für Sportkanäle - und zwar an jedem freien Stückchen Wand. Ich kannte diese Kette aber bisher nicht. Mal sehen, ob ich da noch weitere finde. Die Wings sind nämlich ziemlich lecker und die scharfe Sauce von der Mitte (!) der Skala ist wirklich richtig scharf. Danach bin ich froh, so um halb acht im Motel zu sein. Vom Zimmer aus kann ich sehen, dass es ausreicht, dass White Sands abends bis um halb neun aufhat, damit man schöne Sonnenuntergangsfotos machen kann. Ich hatte es mir überlegt, aber angesichts von umherziehenden Gewitterwolken am Nachmittag und einer zunächst anderen Einschätzung dann für heute gestrichen. Gut, dass ich das morgen vermutlich nachholen kann. Dann also nur am Travelblog schreiben zum sehr leckeren Bier, einem Scottish Style Ale.


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