White Sands

Travelblog für 23.05.2017

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Ich bin um kurz nach fünf wach, aber das ist kein Wunder, bin ich doch kurz vor zehn ins Bett gegangen. Ich war ziemlich müde, da wird auch das Jetlag seinen Anteil gehabt haben. Ich bleibe bis nach sechs liegen, bin dann aber voll auf der Höhe. Daher fahre ich auch schon vor halb acht los nach White Sands, wo ich Viertel vor acht am Entrance Gate bin, um kurz nach acht am Ende der Strasse loszuwandern, den Alkali Flat Trail.

White Sands National Monument Alkali Flat Trail
White Sands National Monument Alkali Flat Trail

Der geht durch und ziemlich über die Dünen in einer Schleife zu den Alkali Flats, dem Dünen-freien, ehemaligen Seeboden, von dem der Gipssand der Dünen stammt. Der ist wirklich etwas anders als normaler Quarzsand, fast weiss, nur mit einem Hauch von Beige. Es wird empfohlen - neben den obligatorischen, deutlichen Sicherheitshinweisen, den Weg im Uhrzeigersinn zugehen, was ich am Ende auch verstehen kann: In dieser Richtung muss man viel weniger steile Dünenhänge hinaufsteigen. Das ist auch beim Gipssand extrem anstrengend, selbst wenn der ein bisschen mehr Halt gibt als Quarzsand. Dabei sind die einzelnen Höhenunterschiede gering: Der GPS-Track weist am Ende nur einen Höhenbereich von 20 Metern aus. Der Weg ist immerhin sehr gut markiert mit roten Latten, die alle zweihundert Meter in den Sand gesteckt sind. Manche sind dabei vom Wind umgehauen worden oder ihr Halt wurde einfach weggetragen. Aber meist sieht man sowieso mehr als eine. Nur einmal muss ich eine Düne hinauf, um die nächste Latte auf einem behachbarten Dünenrücken zu sehen. Da konnte mich mit der Karte am Handy gut versichern, dass ich weiter geradeaus muss.

White Sands National Monument Impression
White Sands National Monument Impression

Gegen Ende wird auch deutlich, warum deutlich davor gewarnt wird, den Weg zwischen 10 und 17 Uhr zu gehen: Als ich so um acht los ging, hatte es kaum 15 Grad mit einem frischen Wind dazu, was sehr angenehm war. Der Wind ist auch noch da, ein wenig abgeflaut, aber die Sonne brennt um zehn schon viel stärker und es ist auch über zwanzig Grad. Das ist zwar im Schatten lauschig, als ich danach in einer Picnic Area Brotzeit mache, aber auf den weissen Dünen unter brenneder Sonne, wenn man zu Fuss unterwegs ist, setzt es einen mehr unter Stress und ist dann schon recht heiss. Die Nachmittagssonne will ich hier beim Wandern wirklich nicht haben. Aber ich bin ja nach gut zwei Stunden zurück und mache mich auf zum Picknick. Damit habe ich die drei Stunden als Angabe am Anfang des Trails klar unterboten. Aber ich bleibe ja auch nicht an jeder Düne stehen und ich habe eine Vorstellung, wie man in so einem Gelände gut durchkommt. Nach einem langen, entspannten Picknick suche ich mir noch die Stelle, wo ich zum Sonnenuntergang zum Fotografieren hinfahren möchte und verlasse das National Monument mittags wieder.

Ich fahre zum Space History Museum, werde da aber von einem verschlossenen Tor aufgehalten: Dienstags geschlossen. Das habe ich gestern überhaupt nicht wahrgenommen, sonst hätte ich es mir schon angeschaut. Doch laut Reiseführer ist es ganz nett, also wohl auch kein besonders großer Verlust, es nicht besucht zu haben. Dann mache ich etwas länger Siesta, nachdem ich meine Snack-Vorräte noch etwas ausgebaut habe. Und ich kann in Ruhe prüfen, ob meine Idee, die nächsten Stationen meiner Reise ein wenig umzuplanen, auch sinnvoll klappen kann. So komme ich dann auch locker rechtzeitig los in die Dünen zum Sonnenuntergang.

White Sands National Monument zur Dämmerung
White Sands National Monument zur Dämmerung

Es stellt sich heraus, dass ich die Richtung etwas falsch eingeschätzt habe, also muss ich mir noch eine ganz andere Düne suchen, als die, die mir mittags ausgekuckt habe. Aber selbst mit einigem Suchen bin ich kurz nach sieben auf meiner neuen Düne. Da sitze und stehe ich nun dumm herum, bis die Sonne untergeht, den kräftigen Wind im Rücken. Hin und wieder mache ich ein Foto, wenn sich gerade ein Motiv besonders schön präsentiert. Und im Laufe der Zeit zeigt sich, dass die Richtung, in der die Sonne steht, die Dünen nicht so gut zur Geltung bringt, wie 90 Grad querab dazu, wo das flach einfallende Licht mit großartigen Schlagschatten die Dünen wunderbar modelliert. Natürlich mache ich auch Bilder vom Sonnenuntergang selber, denn die Sonne versinkt durchaus malerisch hinter der Bergkette. Dann muss ich auch raus, denn nach Sonnenuntergang darf man sich nicht mehr im Park aufhalten.

White Sands National Monument Sonnenuntergang
White Sands National Monument Sonnenuntergang

Am Rückweg kehre ich bei einem Italiener ein. Es gibt Spaghettini, die hier Angel Hair heissen, mit einer scharfen Tomatensauce in einer gusseisernen Pfanne mit gedünsteten Paprika und Zwiebelscheiben sowie gebratenen Shrimp. Das ist sehr lecker und macht mich sehr satt. Danach will ich nur noch auf mein Zimmer, trinke noch ein Bier und lege mich schlafen.


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