Waschtag mit Extras

Travelblog für 29.05.2017

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Ich kann ja ausschlafen, da mein Programm heute überschaubar ist. Es ist erst einmal Waschtag. Also stehs ich erst gegen acht auf und hole mir auch in aller Ruhe einen Kaffee aus dem Office, bevor es dann Viertel nach neun in den Waschsalon downtown geht. Da ist nicht viel los und es klappt alles hervorragend, bis ich merke, dass ich das Waschmittel in den falschen der drei Slots eingefüllt habe. Als ich das merke, mir die Lage genau anschaue, finde ich schnell eine Lösung: Ich kann das Waschmittel von da per Hand in die Waschtrommel schubsen. Wie immer geht das Waschen auch fix und sogar der Trockner ist schnell, so dass ich etwa Viertel nach zehn schon wieder draussen bin und mein erstes Tagesziel ansteuere: den Mimbres Culture Heritage Site bei Mimbres am Mimbres River. Da komme ich so fünf vor elf an und das Schild an der Tür sagt, es sollte ab elf geöffnet sein.

Um fünf nach elf kommt dann die Ehrenamtliche des Tages angefahren und sperrt mir auch kurz danach auf. Sie erklärt mir das Museum und den Site in aller Ruhe, lässt mich sodann auch meine Spende machen, denn Eintritt kostet es nicht. Ich beginne im Nebengebäude, das im 19. Jahrhundert eine kleine Arztpraxis beherbergt hat, die wieder hergerrichtet wurde.

Mimbres Culture Heritage Site Museum
Mimbres Culture Heritage Site Museum

Das Museum bietet den Kontext der Site draussen, die eine archäologische Ausgrabungsstätte ist, wo das allermeiste jetzt wieder unter der Erde ist. Der kleine Weg hindurch ist aber mit Schildern gut unterstützt, so dass man versteht, was man nicht (oder kaum) sieht. Ich mache auch den kleinen Abstecher runter zum Fluss, wo es sehr malerisch ist. Ein regelrechter kleiner grüner Dschungel in der Wüste.

Mimbres Culture Heritage Site Aussenbereich
Mimbres Culture Heritage Site Aussenbereich

Wieder zurück komme ich mit der Freiwilligen ins Ratschen und wir reden recht lange. Zuerst über solche archäologischen Fundorte und wie man sie nutzen sollte. Später aber kommen wir immer weiter, bis sie mir ihre Entrüstung über den aktuellen Präsidenten bezeugt. Wir rreden immer weiter, bis irgendwann eine Familie reinkommt. Das ist gut, ich wollte schon gehen, damit sie sich nicht noch mehr aufregt. Jetzt hat sie wieder Gäste zu betreuen, also verabschiede ich mich. Es ist ist nach halb eins, damit bin ich sehr lang auf diesem kleinen Site gewesen.

Ich mache mich auf den Weg zurück nach Silver City, halte aber unterwegs erst einmal am Aussichtspunkt über die Santa Rita Copper Mine an. Es ist vor allem riesig, was für ein Loch der Tagebau hier in die Berge ggraben hat - und da immer noch tut. Aber für mehr als ein paar Fotos ist der Stopp nicht gut.

Santa Rita Copper Mine
Santa Rita Copper Mine

Mein nächster Halt ist Fort Bayard. Das ist ein ehemaliges Fort, war später eine Kaserne und dann noch eine Tuberkuloseklinik, aber heute ist es vor allem dem Verfall anheimgegeben. Dabei wird es als National Historic Landmark geführt. Aber nur der Soldatenfriedhof ist wohlgepflegt. Damit ist es - einschliesslich des Friedhofs - eine Sehenswürdigkeit, die von Auto aus angesehen werden kann. Man könnte sich endlos da herumtreiben, wenn man verfallende Gebäube fotographieren will, weshalb ich auch ein paar Mal aussteige, aber das reicht mir heute dann auch.

Fort Bayard Soldatenfriedhof
Fort Bayard Soldatenfriedhof

Zurück in Silver City will ich noch ins Stadtmuseum. Das will auch keinen Eintritt und deswegen muss ich im Gift Shop für meine Spende wechseln. Das Museum widmet sich ein paar Schwerpunkten, darunter der kurioseste das Museum selbst: Es zeigt seine eigene Gründungsgeschichte 1967 und die Ära in der Stadt. Daneben sind Schwerpunkte der Bergbau in der Gegend, der die Bedeutung der Stadt schuf und eine Überschwemmung Anfang des 20. Jahrhunderts, die das damilge Zentrum schwer traf. Man kann sich die Wassermasschen kaum vorstellen, die von den Hängen kommen müssen, damit die Hauptstrasse einen Meter unter Wasser steht, besonders wenn man heute den Fluss in seinem zehn Meter tiefen Arroyo sieht. Doch dank des damaligen Raubbaus in der Umgebung ist es eben doch passiert.

Ich spaziere noch durch den Historic District, um endlich auch ein paar Fotos ztu schiessen. Mittend drunter kaufe ich mir in Market Street Café einen Blueberry Smoothie. Das Café gehört zur lokalen Lebensmittelkooperative, schon lange hat es nicht mehr so gut geschmeckt, etwas Gutes zu tun. Die Kirche ein paar Blocks eine Seitenstrasse hoch ist leider zu. Es zieht seit dem Smoothie immer mehr dunkel auf und irgendwann bin ich einfach durch mit dem Viertel und mache mich auf den Weg zurück ins Hotel. Am Weg kaufe ich noch etwas Lemonade in Supermarkt und auf dem Parkplatz meine ich einen Regentropfen am Arm zu spüren. Das bleibt aber erst einmal der einzige. Um sechs fahre ich noch einmal zurück, um im Brewpub zu Abend zu essen. Man merkt, dass es nach dem Feiertagswochenende ist, denn einige Fassbiere sind alle und auf meinem Burger müssen sie die Pastrami durch Truthahn ersetzen. Schade, das wäre eigentlich die Burgervariante eines Reubensandwichs gewesen. Später schreibe ich noch ein wenig am Travelblog.

Silver City - Little Toad Creek Brewpub
Silver City - Little Toad Creek Brewpub

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