L.A. Frust

Travelblog für 16.06.2017

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Ich stehe schon um halb sieben auf und mache mir einen entkoffeinierten Kaffee. Mein Zimmer wurde gestern nicht gemacht, weswegen auch kein neuer normaler Kaffee da ist. Ich habe schlecht geschlafen, es fühlte sich an, als wollte eine Erkältung mir die Rückreise weiter versauen. Nach einer heissen Dusche ist es wieder ganz in Ordnung, aber ich gehe zum Walgreen's an der Ecke zu Old Town, mir zur Sicherheit einen Schleimlöser kaufen. Die Variationsbreite an Produkten dafür erschlägt mich erst einmal, aber ich finde dann doch ein passendes. Ich mache mein Gepäck endgültig fertig und etwa um halb neun gebe ich meinen Zimmerschlüssel im Office mit einem kurzen Pläuschen ab. Ich fahre ganz entspannt zum Rental Car Return am Flughafen. Die Rückgabe ist problemlos, der Agent beeindruckt mich mit ein paar Phrasen auf Deutsch. Das Shuttle zum Terminal fährt fast sofort ab und als ich den United Schalter gefunden habe, an dem sich einige Damen eher langweilen, ist der Koffer schnell aufgegeben. Security ist zwar ein Terz wie immer, aber hier recht entspannt. Der Officer, der meine Bordkarte scannt, lässt auch ein paar wenige deutsche Worte hören, als er meinen Pass sieht. Electronics, Gürtel, Schuhe und Flüsigkeiten müssen separat gescannt werden, dann kommt der Körperscanner und schon heisst es, die Sachen wieder zusammensuchen und anziehen. Auch wenn ich es nicht anders erwartet hätte, bin ich um halb zehn am Gate und es heisst warten, denn der Flug geht erst um zehn vor eins. Es sind also noch fast drei Stunden bis zum Boarding, genau so ein Zeitraum, mit dem man kein sinnvolles Programm noch entspannt unterbringen hätte können.

Ich fange an, "Er ist wieder da" zu lesen und die Wartezeit vergeht wie im Flug. Beim Einsteigen bin ich mit dier Gruppierung bei United so weit hinten, dass ich meinen Rucksack nicht mehr oben unterbringen kann und zusammen mit der kleinen Tasche unten aufbewahren muss, aber das ist bei dem kurzen Flug nicht schlimm. Ich lese weiter. Neben mir sitzt ein junger Asiate, der sich ruhig verhält, der Flug ist damit abgesehen von ein wenig Geruckel nach dem Start ereignislos und kommt schon um Viertel vor zwei Ortszeit in Los Angeles an.

Bei der Suche nach Informationen zum Umsteigen ist die kryptische Abkürzung statt der Gateangabe nicht hilfreich. Ich frage also und werde auf den Shuttle zwischen den Teminals verwiesen. Mit noch einmal an anderer Stelle Nachfragen finde ich auch zur Haltestelle, doch im Gegensatz zu etlichen, die zum Angestelltenparkplatz fahren, kommt mein Bus nicht. Nach über einer Viertelstunde versuche ich herauszufinden, ob ich richtig bin, gehe auch mal nach oben, um dann wieder unten am Taxistand zu fragen. Mindestpreis ist 19 Dollar, was mir viel zu teuer für eine vermutlich sehr kurze Fahrt ist. Ich frage einen, der offensichtlich auf den Angestelltenbus wartet und der bestätigt mir, dass ich richtig bin. Nach fünf Minuten kommt der richtige Bus vorbei, was ich mir vom Busfahrer bestätigen lasse. Und der Bus kreiselt nur im Terminalbereich, weshalb noch rätselhafter ist, warum er so lange ausblieb. Als ich endlich richtig aussteige, habe ich das System so weit verstanden, das mir klar ist, ich hätte das auch locker in weniger als zehn Minuten zu Fuss gehen können, aber das ist hier so nicht vorgesehen. Eine verständlichere Abkürzung für das internationale Terminal und Erklärungen mit einem Terminalplan hätten auch weitergeholfen. Meine Abneigung gegenüber LAX ist wieder einmal bestätigt worden.

Es geht in eine scheinbar riesige Schlange vor der Security. Sie organisieren das hier komisch, aber effizent und ich komme schnell durch. In dieser ersten Schlange darf wieder einmal ein Hund alle beschnüffeln. Es gibt zwar keine Wannen, aber man muss auch nichts auspacken oder ausziehen - ausser dem Gürtel. Ich komme ohne weiteren Check durch. Als ich am Gate versuche, meinen Platz zu diskutieren, erklärt mir die Lufthansa-Dame auf Deutsch - mit leicht fränkischer Färbung, das sei schon ein Gangplatz. Dann lasse ich es mal darauf ankommen und lese noch ein bisschen.

Ich warte jetzt einfach mal das Boarding ab. Kurz bevor es beginnen sollte, gehe ich auf die Toilette und stelle mich dann in meiner Reihe an und warte bis diese dran ist. Das ist aber die Lufthansa, die organisieren das praktischerweise nach Sitzreihen und nicht nach Tarifklassen wie United. Natürlich dürfen zuerst Benachteiigte und die First bzw. Business Class rein, dann aber kommt schon meine Schlange an die Reihe, weil ich weit hinten sitze. Nachdem alle eingestiegen sind, die Maschine ist komplett voll, heisst es noch einmal Warten, diesmal auf Ausladen vom Gepäck der Zurückgebliebenen, denn der Flug war überbucht. Damit erfolgt der Start mit deutlicher Verspätung. Ich habe schon wieder Glück mit meinem Sitzplatz. Es ist zwar eine Viererreihe in der Mitte, besetzt mit lauter Alleinreisenden. Davon bekomme ich aber den linken Gangplatz und meine Sitznachbarin ist eine kleine, zierliche, junge Frau, die meist schläft oder einen Film anschaut. Der Flug wird lang, deswegen sehe ich mir nach dem Start erst einmal zwei Filme auf dem persönlichen Monitor an: zuerst "Wilde Maus" von Josef Hader und danach "Star Wars: Rogue One" auf Englisch. Kurz vor Ende des ersten Films gibt es Abendessen, wieder sammelt Lufthansa Pluspunkte, denn es ist nicht das notorische "Chicken or Pasta?" amerikansicher Fluglinien. Es gibt eine Art Rindergulasch, keine Auswahl, doch sehr lecker für Economy Class Futter. Dazu bekomme ich ein Warsteiner aus der Dose, immerhin. Ausserdem werden immer wieder während der Nachtphase unaufdringlich Getränke serviert. Ich mache eine Ruhepause, ohne zu dehydrieren. Erst nach gut der halben Flugzeit sind wir endlich nicht mehr über Kanada, sondern über dem Atlantik. Ich sehe mir dann noch einen dritten Film an, "Logan", weil ich diesmal lieber ausprobieren will, ob sich in dieser Richtung quasi "Durchmachen" in weniger heftigem Jetlag bezahlt macht. In der anderen Richtung mache ich ja seit jeher besonders lange Tage, was gut funktioniert, in dieser Richtung habe ich bisher immer praktisch zwei Tage reingepresst und hatte mit deulitchem Jetlag zu kämpfen. Etwa zwei Stunden vor der Landung wird noch ein Frühstück serviert, sogar mit warmem Omelett. Ich habe auf diesem Flug anders als beim Herflug keine Probleme mit den Nebenhöhlen, da ich die Medikation vom Morgen nehme. Ich schlucke sie aber in größeren Intervallen als empfohlen, was jedoch anscheinend reicht. Weiter passiert absolut nichts Nennenswertes auf diesem Flug.


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