Newberry Volcanic National Monument (I)

Travelblog für 03.07.2015

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Dieser Tag ist für das Newberry Volcanic National Monument eingeplant. Ich bin schon sehr gespannt auf den Big Obsidian Flow, einen Lava Flow, der nicht aus normalem Lavagestein besteht, sondern zu großen Teilen aus Obsidian, schwarzem vulkanischem Glas in teils großen Brocken. Ich fahre also direkt dorthin und nach einem kurzen Weg vom Parkplatz durch den Wald bin ich dort.

Obsidian Flow
Obsidian Flow

Ich werde nicht enttäuscht: Der Flow ist riesig und ist deutlich erkennbar immer wieder von schwarzem Obsidian durchsetzt, der in der Sonne glänzt. Bei genauem Hinsehen ist auch ein großer Teil der helleren Brocken Obsidian, nur staubig und mit nicht so glatter Oberfläche. Da muss ich natürlich den gesamten Rundweg auf dem Flow nehmen, es ist ohnehin nur etwa ein Kilometer.

Obsidian Flow Rocks
Obsidian Flow Rocks

Und es gibt dort ständig neue Details zu sehen: Einzelne kleine Kiefern, die dort wachsen, glänzende, schwarze Bruchflächen sind allgegenwärtig, aber man findet auch immer wieder neue Details: wie Oberflächen voller kleiner Grate und Spitzen, die entstanden sein müssen, als die Glas-Lava noch flüssig war, vermutlich durch Tropfen, die sich lösten. Wegen solcher Dinge lasse ich mir viel Zeit auf diesem Rundweg.

Obsidian Flow Detail
Obsidian Flow Detail

Als ich wieder am Parkplatz bin, folge ich meinem Plan, ganz in der Nähe noch ein wenig zu wandern: Am Ende des Campingplatzes am Paulina Lake beginnt der Little Crater Trail, ein Weg auf den kleineren der beiden Krater der Mitte der Caldera, der quasi die andere Talseite des Big Obsidian Flow ist. Das ist ein eingermassen leichter Aufstieg durch den Wald, zunächst auf den Rand des Kraters und dann auf die höchste Stelle des Randes. Es sind oben aber auch über 2000m Höhe. Vom Gipfel hat man einen schönen Blick auf den Paulina Lake, der einen Teil der Caldera ausfüllt. Auf dem Rand kann man komplett herumgehen, was ich dann auch mache. Dort kommen mir zum einzigen Mal andere Leute entgegen und eine der Amerikanerinnen von denen meint, hier sei ihr noch nie jemand begegnet. Auf der Südostseite hat man einen fantastischen Blick auf den Big Obsidian Flow, den ich erst von hier aus in seiner ganzen Größe sehen kann.

Obsidian Flow Vista
Obsidian Flow Vista

Als ich einmal den Kraterrand abgelaufen bin, komme ich wieder an den Weg, den ich aufgestiegen bin und steige ihn zum See ab. Dort habe ich noch Lust, weiterzulaufen und gehe den Wanderweg am Seeufer entlang nach Norden. Der ist sehr schön, wildromantisch und malerisch.

Paulina Lake
Paulina Lake

Mir gefällt es dort so gut, dass ich statt nur ein paar Minuten fast drei Kilometer am See entlang gehe, bevor ich wieder umdrehe, und am Rückweg ausgiebig Brotzeit mache. Vom Paulina Lake fahre ich zu den Paulina Falls, quasi dessen Abfluss aus der Caldera. Das sind recht beeindruckende Doppelfälle, wo sich der Fluss vorher teilt und in zwei nebeneinanderliegenden Fällen auf grosse Felsbrocken etwa zwanzig Meter in die Tiefe stürzt.

Paulina Falls
Paulina Falls

Unterhalb der Brocken ist das Wasser wieder vereint und fliesst als wilder Bergfluss weiter ins Tal. Eine wirklich sehr schöne Location. Man kann oben auf der Südseite nah ran, auf der Nordseite habe ich zwar eine befestigte Beobachtungsplattform gesehen, aber ich habe keinen Übergang dorthin gefunden. Ausserdem kann man nach unten steigen, wo sich auch ein schöner Blick auf diese Fälle bietet. Gerade von dort steigen viele auf die Felsbrocken um den Wasserfällen noch näher zu kommen, mir erscheint das jedoch nicht wirklich ratsam.

Paulina Falls from below
Paulina Falls from below

Ich entscheide mich, auch noch den Lava Cast Forest anzusehen. Dazu muss ich zunächst wieder hinaus auf den Highway, ein Stückchen Richtung Bend fahren, um dann über zehn Meilen auf einer Schotterstrasse bis dorthin zu fahren. Die Schotterstrasse ist einigermassen gut, so dass das keine große Sache ist. Nur das Auto ist dann wieder einmal eingestaubt, als ich dort bin.

After Unpaved Dusty Roads
After Unpaved Dusty Roads

Der Lava Cast Forest ist eigentlich ein Lava Flow, wie ich sie schon gesehen habe, dort war aber die Lava seinerzeit flüssig und schnell genug, dass sie die Baustämme umspült und umschlossen hat, als sie durch einen Wald floss. Dadurch entstanden Gussformen aus Lavagestein für die Baumstämme: Die Bäume und ihre Stämme verbrannten zwar dabei, aber zuvor kühlten sie die Lava um sich herum genug, dass diese fest wurde und die Formen dauerhaft entstanden. Heute sehen die Formen aus wie Rohre aus Lavagestein, gross genug, dass ein Baumstamm reinpasst.

Lava Casts of Trees
Lava Casts of Trees

Solche Formen gibt in diesem Bereich häufig und damit man sie auch erreichen und würdigen kann, wurde ein kleiner Rundwanderweg von knapp zwei Kilometern angelegt. Der dortige ist zudem ein echt amerikanisches Phänomen: Nachdem ich einige Meilen über eine Schotterstrasse zu dieser Attraktion gefahren bin, ist der Wanderweg durchweg asphaltiert. Das erscheint einem Europäer wie mir ein wenig bizarr. Natürlich kann ich den Lava Cast Forest trozdem geniessen, denn neben den Baumstammformen ist es ein ansehnlicher Lava Flow und man hat den ein oder anderen schönen Blick auf die Cascades.

Lava Cast Forest Vista
Lava Cast Forest Vista

Dann ist genug für den Tag getan und ich fahre zurück nach Bend, tanke sogar noch, da ich ja am nächsten Tag eine lange Fahrtstrecke geplant habe. Im Hotel kann ich noch ein bisschen verschnaufen, bevor ich zum Dinner in die Downtown gehe, wieder zu Fuss logischerweise. Dort ist es angesichts des bevorstehenden Independence Day, der ja zudem Samstag ist, schon deutlich voller als am Vorabend. Heute wird es zum Dinner ein asiatisches Restaurant, ein Vietnamese, wo ich ein leckeres Pad Thai bekomme und dazu ein sehr gutes Craft Beer vom Fass. Asiaten haben da keine Berührungsängste.


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