Newberry Volcanic National Monument (II)

Travelblog für 05.07.2015

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An diesem Morgen habe ich es nicht eilig, denn ich will zur Lava River Cave im Newberry Volcanic National Monument und die öffnet ohnehin erst um 9 Uhr. Also hole ich mir ein kleines Frühstück im Office, das ich auf dem Zimmer geniesse. Es ist nicht sehr weit zu fahren, ich bin kurz vor Öffnung bei der Lava River Cave und das Tor ist noch zu. Diesmal fahre ich aber nicht spazieren wie beim Petrified Forest, denn vor dem Tor stehen schon fünf weitere Autos. Ich bleibe brav stehen und nach etwa zehn Minuten um kurz nach neun macht ein Ranger das Tor auf. Ich bin schnell für den Besuch gerüstet, und auch hier erspart mir der America the Beautiful Pass den Eintritt. Ein wenig enttäuschend ist, dass Gaslampen inzwischen verboten sind, anders als früher in den Neunzigern. Damals konnte man sich eine Gaslampe am Eingang für den Besuch ausleihen, jetzt gibt es nur noch LED-Lampen. Eine Gaslampe hätte ich mir geliehen, denn das war seinerzeit ein einmaliges Erlebnis, nun verwende ich eben meine eigene Taschenlampe.

Lava River Cave: Entrance
Lava River Cave: Entrance

So früh ist noch nicht viel los und nur wenige waren schneller drin als ich. Wenn man schon eine Höhle selbst ohne Führung besuchen darf wie hier, dann möchte ich das auch auskosten! Kurz nach dem Eingang überhole ich ein asiatisches Pärchen und dann erkunde ich erst einmal allein diesen sehr großen Lavatunnel. Er ist meist bestimmt fünf Meter breit und am Anfang teils noch höher. Er ist ca. eine Meile lang begehbar, bevor er durch Wasser mit Sand verfüllt ist. Es gibt keine Abzweigungen und die Wände und Decken sind glatt, so dass er völlig gefahrlos begangen werden kann. Nur ist auch hier kein Licht verlegt, sodass man sein eigenes mitbringen muss. Anfangs ist auch ein schöner Weg befestigt, mit Treppen am Eingang und ein paar Stegen, später geht man auf dem Sandboden. An wenigen Punkten sind Tafeln mit Erläuterungen aufgestellt, eine davon an der Stelle, an der dieser Lavatunnel unter dem Highway hindurchläuft. Das ist wieder mal was recht Amerikanisches und bringt mich als Europäer zum Schmunzeln. Ansonsten geniesse ich es, dass ich fast den ganzen Hinweg die Höhle praktisch für mich habe, nachdem ich die Asiaten überholt habe. Viel später kommt mir zuerst ein Pärchen und kurz darauf eine sehr laute Gruppe junger Männer entgegen, am Akzent ihres Geschwätzes erkennbar Amerikaner, die sogar Musik auf ihren Handys laufen lassen. Das dauert aber auch nicht lange. Danach kommen unter anderem ein paar Sandformationen, die eine Hinweistafel und einen Schutzzaun verdienen. Es ist noch ein ganzes Stück, bis ich später am Ende des frei zugänglichen Bereiches bin, was ein improvisiertes Schild deutlich macht. Dieses droht mit patroullierenden Rangern. Dabei ist viel wirksamer, dass die Decke immer niedriger wird, weil der Tunnel immer mehr mit Sand verfüllt ist. Das Schild steht an einer Stelle, an der die Höhe kaum noch einen Meter hoch ist.

Lava River Cave: End
Lava River Cave: End

Selbstverständlich respektiere ich das, drehe um und gehe zurück in Richtung Ausgang. Auf dem Rückweg dauert es nicht sehr lange und mir begegnen bald andere Besuchergruppen, die nach mir in die Lava River Cave gekommen sind. Ein Stückchen ist es noch recht ruhig, aber dann treffe ich im Minutentakt Leute, die mir entgegenkommen. Ein Glück, dass ich so früh dran war! Doch es ist nur eben belebter und dabei ist es immer noch schön auf dem Rückweg. Als ich dann schliesslich aus der Höhle wieder raus bin und mein Hoodie und die Lampen im Auto verstaue, ist der Parkplatz komplett voll und mehrere Autos kreisen auf der Suche nach einem Spot. Vermutlich ist die Größe des Parkplatzes sogar ein Mittel, die Anzahl der Besucher, die gleichzeitig in der Lava River Cave sind, zu begrenzen.

Ich fahre los, ein weiteres Mal zum zentralen Visitor Center des National Monuments, das ganz in der Nähe direkt am Highway ist. Dort ist ein weiterer Lava Flow und ein weiterer Aschekegel, der Lava Butte. Dieser ist sehr viel besser erschlossen als der im Lassen National Park: Es gibt für zwei Dollar einen Shuttle Bus nach oben. Nach meinen bisherigen Erfahrungen nehme ich den gerne. Ich habe sogar das Glück, dass gleich einer abfährt und ich da auch noch mitkomme. Das ist deutlich bequemer als zu Fuss. Damit ist es auf dem Lava Butte aber auch viel belebter als auf dem Cinder Cone.

Lava Butte Panorama
Lava Butte Panorama

Die meisten Leute bleiben jedoch zwischen dem Parkplatz und der Aussichtshütte, die als Beobachtungsstation dient, um Waldbrände zu sichten, und schon seit den Dreissigern existiert. Auf diesem Stück ist ja auch der Weg asphaltiert. Der übrige Weg um den Kraterrand ist das nicht und da ist nicht mehr sehr viel los. Es gibt aber doch ein paar Aufrechte, die ihn wie ich wagen: Ein netter kleiner Spaziergang von ein paar hundert Metern auf dem lockeren Untergrund. Hier reicht der Baumbestand auch bis in den Krater hinein, wodurch es hier eine sehr schöne Anmutung bekommt.

Lava Butte Fire Lookout
Lava Butte Fire Lookout

Leider ist mein Kamera-Akku gegen Ende der Lava River Cave leer geworden und ich hatte vergessen, den Ersatzakku aufzuladen. Folglich muss ich hier mit dem Handy fotografieren, was wegen des fehlenden Zooms ein wenig schade ist. Immerhin sind die Lichtverhältnisse hier so gut, dass auch mit dem Handy brilliante Bilder möglich sind. Schliesslich mache ich Panoramen mittlerweile auch mit dem Handy, was mir das spätere Montieren am PC erspart. Auch hinunter nehme ich das Shuttle, denn es ist nicht besonders attraktiv, die asphaltierte Strasse zu gehen. Unten werfe ich noch einen Blick auf den Lava Flow, der zum Lava Butte gehört. Dieser hier scheint sich aber nicht durch Besonderheiten auszuzeichnen wie der Big Obsidian Flow oder der Lava Cast Forest.

Lava Butte and Flow
Lava Butte and Flow

Es ist inzwischen früher Nachmittag und ich denke, es wird Zeit, den für heute geplanten Waschtag einzulegen. Also beende ich das touristische Tagesprogramm und fahre zu dem Waschsalon, den ich im Internet rausgesucht habe. Da ist schon ein bisschen was los an diesem Sonntagnachmittag, aber es sind genügend Maschinen frei. Also wasche ich eine Maschine, wobei mich sehr positiv überrascht, dass es ein Schnellwaschprogramm von nur 15 Minuten gibt. Das reicht für meine Bedürfnisse auf der Reise. Und weil auch die Trockner groß sind und richtig Power haben, verlasse ich den Waschsalon nach einer guten Stunde wieder mit sauberen und schön zusammengefalteten Sachen. Das ging viel schneller als erwartet und ich habe jetzt den Rest des Nachmittags Zeit, mir mal anzusehen, ob Bend interessante Einkaufsmöglichkeiten bietet. Die Businesses liegen praktisch alle an der BUS-97 und US-20 bzw. in ihrem Umfeld, ein paar wenige kleinere sind auch im Downtown-Umfeld. Es ist wirklich so, dass es in Bend alles gibt, was man auf einer Reise und im Alltag brauchen könnte, schliesslich ist es das größte Zentrum auf der Ostseite der Cascade Range auf viele Meilen. Ich bin nur schon so gut ausgerüstet, dass ich nichts weiter kaufe als ein paar Snacks, Softdrinks und Bier im Supermarkt - und das erst im zweiten, weil die Bio-Supermarktkette, die ich zuerst besuche, mich irgendwie nicht anspricht. Und zu allen anderen potentiellen Einkäufen habe ich im Hinterkopf, dass ich ja auch noch eine große Outlet-Mall an anderer Stelle besichtigen will. Daher habe ich noch etwas Zeit, mich im Hotelzimmer ein wenig auszuruhen, bevor ich zum Abendessen wieder in die Downtown spaziere. Dort drehe ich eine Runde, schaue im Flussuferpark vorbei, bevor ich am Ende noch einmal in die Bar vom ersten Abend gehe. Die Bierauswahl ist einfach überzeugend und bei einem anderen interessanten Restaurant hätte ich auf einen Tisch warten müssen. Am Rückweg gehe ich in dem Park direkt beim Hotel zum Flussufer hinunter und gehe da noch ein Viertelstunde flussaufwärts spazieren, gerade als die Dämmerung langsam einsetzt. Der Fluss ist hier mitten in der Stadt sehr schön und wirklich gut eingebunden. Es wird nun langsam dunkler, daher drehe ich bald um und gehe den kurzen Weg zurück ins Hotel. Man kann jetzt schliesslich nicht mehr so gut mit dem Handy fotografieren.

Deschutes River in Bend
Deschutes River in Bend

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