Mount St. Helens National Monument

Travelblog für 08.07.2015

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Morgens fahre ich zuerst die kurze Strecke zum ersten Visitor Center des Mount St. Helens National Monument in Silverlake nur wenige Meilen von der Ausfahrt vom Interstate weg. Dort hole ich mir Informationen und Tipps zu kleineren Wanderungen. Es gibt wieder keine Park Map, sondern nur eine Zeitung, die aber auch wieder alle wichtigen Informationen enthält. Auf dieser Basis entscheide ich mich, bis zum Ende dieser Strasse, der WA-504, zum Johnston Ridge Observatory zu fahren. Das sind etwa 50 Meilen, aber da die Strecke sehr gut ausgebaut ist, geht es relativ schnell.

Mount St. Helens: Johnston Ridge Observatory
Mount St. Helens: Johnston Ridge Observatory

Oben auf diesem Bergrücken gibt es einen sehr großen Parkplatz und auf der anderen Seite des Rückens ist das Observatory, das wie ein Bunker auf dem Bergrücken aussieht. Direkt anschliessend ist eine riesige Aussichtsplattform und ein asphaltierter Weg auf den angrenzenden Hügel. Ich gehe dort noch weiter, denn die Rangerin im Visitor Center hat mir empfohlen, diese Ridge entlang zu gehen. Das sind bis zur ersten Gabelung ca. zweieinhalb Meilen, also etwa vier Kilometer. Soweit will ich gehen. Schon nachdem der eigentliche Weg abzweigt, ist nichts mehr asphaltiert und es wird ein richtiger Wanderweg in den Bergen.

Mount St. Helens: Hiker
Mount St. Helens: Hiker

Der hat aber nur kurze Steigungen und Gefälle, da er dem Bergrücken folgt. Das ist in der prallen Sonne auf 1250m Höhe ganz angenehm, denn hier erobert nach dem Ausbruch vor 35 Jahren die Vegetation nur langsam die Landschaft wieder.

Mount St. Helens: Debris
Mount St. Helens: Debris

Hier gibt es noch fast keine Pflanzen, die hoch genug sind, am späten Vormittag Schatten zu spenden. Wenigstens weht ein leichter Wind. Auf dem ganzen Weg hat man immer wieder wirklich atemberaubende Ausblicke auf den Mount St. Helens genau von der Seite, die herausgesprengt wurde vom Rand der Caldera. Das ist eindeutig die Schauseite des Vulkans nach dem Ausbruch von 1980.

Mount St. Helens: Panorama
Mount St. Helens: Panorama

Bei der Gabelung könnte ich eigentlich noch weiter wandern, aber ich muss ja auch noch zurück gehen. Ich bleibe bei meinem Plan und kehre um. Zurück beim Observatory halte ich mich kurz in den klimatisierten Räumen auf, und sehe dabei, dass das Angebot nicht so attraktiv für mich ist, dass ich den Trubel dafür hinnehme. Ich gehe zum Auto und nachdem ich die heisse Luft da rausgelassen habe, fahre ich ins Tal, den zweiten Wandertipp der Rangerin ausprobieren: den Hammock Trail.

Hier im Tal in etwas grösserer Distanz zum Vulkan hat sich die Pflanzenwelt schon viel weiter ausgebreitet. Es gibt auch schon grössere Bäume, vor allem Erlen, in richtigen Wäldchen, so dass hier auch genug Schatten ist. Dafür kommt hier der Wind nicht überall hin, obwohl er aufgefrischt hat. Der Weg geht in einem Bogen vom Parkplatz hinunter zum Fluss durch die Hammocks, Tümpel, die in den Senken zwischen diesen kleinen Hügeln entstanden sind.

Mount St. Helens: Hammocks
Mount St. Helens: Hammocks

Als ich dort vorbei laufe sind da zu meiner Überraschung auch kaum Moskitos. Diese sonst durchwegs wenigstens mit Gras bewachsenen Hügel sind aus Material, das vom Ausbruch dort abgelagert wurde. Immer wieder tut sich auch ein toller Blick auf den Mount St. Helens auf. Auf dem Stückchen, dass der Weg am Fluss entlang läuft, sieht man auch gut, welche grossen Mengen an Sedimenten er mitnimmt. Das ist insgesamt ein schöner kleiner Rundweg von am Ende knapp fünf Kilometern. Damit bin ich heute erst einmal genug gewandert.

Ich fahre jetzt wieder raus aus dem National Monument, halte dabei noch mehrfach ausgiebig zum Fotografieren an. Als der Berg schon lange ausser Sichtweite ist, nehme ich eine kleine Abkürzung über die WA-505 auf den I-5. Den verlasse ich kurz darauf schon wieder und wechsle auf die US-12 bis nach Morton. Dort nehme ich mir wie geplant ein Zimmer, es wird ein putzig-rustikales kleines Motel, das mir ein schönes Zimmer bietet. Morton zeigt sich dann allerdings als ein recht verschlafenes Örtchen, das schon bessere Tage gesehen hat.

Morton Downtown
Morton Downtown

Dinner esse ich in einem eher kargen, altmodischen, ein wenig abgewohnten Diner. Das Essen ist dementsprechend unspektakulär, aber lecker, sehr passend zum Ambiente. Leider schlafe ich wieder schlecht und kurz, da ich meinte, hier in den Bergen wäre es toll, mit offenem Fenster zu schlafen. Den Strich durch die Rechnung macht mir unerwarteter Truck-Verkehr auf der Strasse vor dem Fenster bis tief in die Nacht, da ein Ladehof ganz in der Nähe zu sein scheint. Wenigstens erleichtert es mir, am nächsten Morgen früh loszukommen.


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