Oregon Coast (I): Tillamook - Newport

Travelblog für 15.07.2015

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An diesem Morgen fahre ich erst nach 9 Uhr los, um die Rush-hour in Portland beim Verlassen der Stadt zu umgehen, denn ich muss an der Downtown vorbei. Sinnvolle Alternativen dazu habe ich auf der Karte nicht gefunden, ein kleiner Nachteil der gewählten Lage des Motels. Meine Rechnung geht allerdings auf: Auf der I-5 nach Süden geht es nur etwas zäh vorwärts bis zur I-405 und auf der klappt es dann ganz gut, nur die Brücke über den Willmatte River hinunter in die Downtown ist es zähflüssig. Sonst stoppt mich nichts. Von der I-405 nehme ich die US-26 nach Westen, die zwischen Seaside und dem Hug Point Beach auf der US-101 herauskommt. Ich biege jedoch vorher auf die OR-6 nach Tillamook ab. Diese führt schön durch den Wald über die Coast Range und hat dabei nur ein wenig die Anmutung einer Bergstrasse, ist aber landschaftlich sehr hübsch. In Tillamook, wo ich auf die US-101 stosse, suche ich gleich einmal auf dieser in Richtung Norden das Tillamook Air Museum. Dort ist es aber nicht, nur die Käserei finde ich, die man auch besichtigen könnte. Ich beschliesse, bevor ich die US-101 nach Süden absuche, wo ich ohnehin entlang will, zuerst einmal ans Meer zu fahren und steuere Cape Meares an, das nördlichste der sog. Three Capes. Das ist ein schönes Kap an der hiesigen Felsküste mit einem Leuchtturm, das Ganze bei strahlendem Wetter, wie ich es seit dem Morgen habe.

Cape Meares Lighthouse
Cape Meares Lighthouse

Nach der Begutachtung des Ausblickes sehe ich mir noch den Octopus Tree an, eine recht ungewöhnlich gewachsene Kiefer.

Octopus Tree
Octopus Tree

Anschliessend geht es ein Stückchen weiter nach Cape Lookout. Dort wird nicht das Felsenkap selbst, sondern der daneben liegende Strand genossen. Ich gönne mir ein kleinen Strandspaziergang.

Cape Lookout Beach
Cape Lookout Beach

Cape Kiwanda, das südlichste der Three Capes, lasse ich aus und fahre wieder zurück nach Tillamook, um jetzt das Air Museum auf der US-101 südlich der Stadt zu finden. Dieses kleine Flugzeugmuseum in einem grossen Hangar macht es mir aber recht schwer. Der Hangar ist schon aus der Ferne zu sehen und mit riesigen Lettern beschriftet, um auch jeden Zweifel auszuschliessen.

Air Museum Hangar
Air Museum Hangar

Die Abzweigung dahin verpasse ich, denn ich suche ein Strassenschild, das aber überwiegend verdeckt ist, wenn man aus Richtung Norden kommt. Den Jet, der neben der Strasse auf einen Sockel montiert ist, nehme ich gar nicht wahr. Ich drehe also um, als ich erkennbar am Hangar vorbei bin und nehme dann die Airport Road, dort macht aber gleich ein Schild unmissverständlich klar, dass dies nicht der Weg zum Air Museum ist. Der ist eben einen Kilometer weiter nördlich auf der US-101, und als ich ihn von Süden kommend erkenne, fühle ich mich ein bisschen doof. An Ende habe ich es doch noch geschafft, zu diesem Museum zu kommen und drinnen kann man einige Flugzeuge vom Ersten Weltkrieg bis in die Achtziger bewundern.

World War I Fighter Plane
World War I Fighter Plane

Der Hangar selbst ist komplett eine Holzkonstruktion, was angesichts seiner Grösse schon beeindruckend ist. Er musste so gross sein, da dies ursprünglich eine Basis für militärische Luftschiffe war. Dies wird in der Ausstellung auch umfassend berücksichtigt, sogar einschliesslich der Hindenburg und ihres Absturzes. Selbst die japanischen Flieger des Zweiten Weltkriegs werden nicht ausgelassen. Ausserdem haben sie ausserhalb des Hangars einen Guppy stehen, so ein etwas unförmig erscheinendes Transportflugzeug.

Guppy Freight Plane
Guppy Freight Plane

Nachdem ich endlich hingefunden habe, stellt sich das Tillamook Air Museum damit klar als eine sehr schöne Abwechslung zum sonstigen Programm der Reise heraus. Nach dem Verlassen des Museums geht es auf der US 101 weiter nach Süden. Ohne grössere Stopps - aber mit so manchem schönen Ausblick von der Strasse - fahre ich praktisch durch bis Devil‘s Punchbowl bei Otter Rock. Das Wetter ist zwar viel zu schön, als dass es dort mit spektakulärer Brandung aufwarten könnte, aber auch so ist es ziemlich cool: Devil‘s Punchbowl ist ein Felsenkessel, wo einer früheren Strandhöhle die Decke wegerodiert ist, und sich nun drinnen Strand befindet, in den durch den ehemaligen Höhleneingang die Wellen hinein branden.

Devil's Punchbowl
Devil's Punchbowl

Dem kann man von oben vom Rand des Kessels aus zusehen oder bei ruhigem Wetter wie heute kann man über den Strand nördlich davon auch direkt hinein gehen. Dort ist ein zweiter Felsbogen, der den Zugang bequem ermöglicht. Das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Inside Devil's Punchbowl
Inside Devil's Punchbowl

Nicht nur die Hauptattraktion hier, sondern auch dieser Strand ist sehr schön, und es wäre ein wenig schade gewesen, dies nur als kurzen Fotostopp zu anzufahren. Ich fahre noch das letzte Stück bis Newport und suche mir ein Motel. Wieder finde ich ein sehr nettes Zimmer, zwar im Obergeschoss vom Nebengebäude und direkt an der US101, aber sehr ordentlich, sauber und ausreichend ausgestattet. Für ein schnelles Abendessen gehe ich zu Fuss einen Block weiter zu der schon vertrauten Pizzakette.

Yaquina Head Lighthouse
Yaquina Head Lighthouse

Denn rechtzeitig zum Sonnenuntergang fahre ich wieder ein kleines Stück zurück nach Norden an den Yaquina Head. Sehr zu meiner Überraschung ist dieser Park von einer Bundesbehörde gemanagt und mein Nationalparkpass gilt auch hier. Ich sehe mir kurz den Leuchtturm von aussen an, dann noch die Felsküste hier. Danach fahre ich zum Sonnenuntergang selbst an den Moolack Beach, den recht naturbelassenen Strand direkt nördlich vom Yaquina Head, für einen kleinen Spaziergang und zum Fotografieren.

Moolack Beach Sunset
Moolack Beach Sunset

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