Anreise Meran

Travelblog für 12.07.2018

Die Idee, eine Woche nach Sütirol zu fahren, war ja aus der Not einer Probezeit über den ganzen Sommer geboren. Aber schon nach einer ersten Recherche, die sehr viele interssante Reiseziele hervorgebracht hat, und der Reservierung eines Zimmers in einem sehr edlen Hotel war klar, das wird sicher keine Notlösung sein.

Nachdem ich den Mietwagen an meiner Stammstation abgeholt habe, war das Gepäck schnell eingeladen und es ging los. So weit so unspektakulär, eher wie einmal am Wochenende in die Berge fahren. Der Urlaub beginnt eigentlich damit, am Rastplatz Holzkirchen das Pickerl für die österreichischen Autobahnen zu kaufen, denn das mache ich sonst nicht. Der Weg bis Wildbad Kreuth hinter dem Tegernsee zieht sich unglaublich dahin, denn es ist einfach so viel Verkehr. Das wird dann zwar besser, aber auch auf dem Weg auf den Achenpass habe ich bald ein Hindernisfahrzeug vor mir. Aber es ist, wie es ist: Entweder man hat ein Hindernisfahrzeug oder man ist eines. Das sehe ich dann später am Brenner. Zunächst zieht es sich auch auf der Inntal Autobahn, denn sie ist durchweg auf 100 heruntergeregelt. Auf der Brenner-Landstrasse dann sind Hunderte von Motorradfahrern um einen herum. Auch wenn ich einer der spritzigeren Autofahrer sein möchte, so wird doch alles von den vorsichtigeren bestimmt, und wenn da mal ausnahmsweise keiner da ist, dann bin ich halt das Hindernisfahrzeug für die Biker. Die fahren aber meist sehr zivilisiert und halten sich auch an die Speed Limits. Nach dreieinhalb Stunden Fahrt passiere ich Sterzing und etwas später bin ich am Ende des Ridnauntals in Maiern.

Bergbaumuseum Maiern
Bergbaumuseum Maiern

Dort ist das Bergwerksmuseum, aber ich beschliesse schnell, das eher auf den Rückreisetag zu verschieben. Ich müsste eine knappe Stunde auf eine Führung warten und da stehen jetzt schon etwa fünfzig Schüler an. Da gehe ich liebe in die Burkhardklamm.

Burkhardklamm: Wasserfall
Burkhardklamm: Wasserfall

Das ist eine Wanderung von einer knappen Stunde bergauf durch den Wald und die Klamm ist weniger eine Schlucht als eine ganze Reihe ziemlich spektakulärer Wasserfälle. Nach einer knappen Stunde bin ich oberhalb der Wasserfälle, dreihundert Höhenmeter über dem Talgrund, geniesse den Ausblick und dann es geht wieder zurück. Der beste Weg, den ich bereits hinauf genommen habe, führt überwiegend durch den Wald und unterhalb der Klamm nehme ich auch genau den wieder zurück.

Aussicht oberhalb der Burkhardklamm
Aussicht oberhalb der Burkhardklamm

Gegen halb fünf fahre ich weiter in Richtung Meran auf den Jaufenpass. Da bin ich sehr angenehm vom meinem Fiesta mit Automatik überrascht. Schon das Ridnauntal hoch nach Maiern hat er gezeigt, dass er recht agil ist, aber wie spritzig ich den Jaufenpass hochklettere, zugegebensermassen mit Handschaltung der Automatik über die Paddel am Lenkrad, das ist echt ziemlich cool. Selbst mit Automatik reichen für so ein kleines Auto etwa hundert Pferdestärken locker. Es macht richtig viel Spass, besonders, weil ich fast den ganzen Anstieg freie Fahrt habe. Hinab ist es dann nicht mehr so frei und unten im Passeiertal ist es noch ein ganzes Stück bis Meran. Aber es stört mich dabei nicht, dass der Hair Soundtrack gegen Ende in die dritte Runde geht. Ich merke nur, dass ich langsam müde werde, denn auch von Maiern bis Meran dauert es fast eineinhalb Stunden.

Das Hotel finde ich dank Navi auf Anhieb und es ist wie erwartet: ein altes Schloß - sehr beeindruckend. Aber mit eigenem Schwimmbad, Park und einem schönen, großen, minimal angegrauten Zimmer für mich. Das ist aber sehr warm und hat keine Klimaanlage. Also schnell duschen bevor ich mich nach dem Auspacken auf den Weg in das Zentrum von Meran mache. Das ist wie erwartet eine gute Viertelstunde zu Fuß entfernt. Es geht dabei deutlich bergab, was auf dem Hinweg angenehm ist. Ich kreisele durch das Zentrum auf der Suche nach einem netten Restaurant, aber es scheint viel mehr Bars zu geben. Das sind die üblichen Orientierungsprobleme am Anfang. Am Ende lande ich auf einer Hinterhofterrasse und esse eine sehr scharfe Pizza. Ich hatte eigentlich nach was anderem gesucht, aber auch wenn das Restaurunt so etwas im Angebot gehabt hätte, die Pizza macht mich mehr an. Am Rückweg bekomme ich einen Anruf, dass ich in meinem Ex-Job jetzt als Sündenbock diene, was mich aber, um ehrlich zu sein, wenig überrascht. So geht immerhin der Rückweg den Berg hinauf schnell vorbei und ich kann dann im Hotel meinen ersten Travelblogeintrag für diese Reise schreiben.


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