Shopping am Heimweg

Travelblog für 19.07.2018

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Heute muss ich nach dem Duschen erst einmal fertig packen, bevor es zum Frühstück geht. Dann bringe ich das Notebook ins Auto und sehe, ich muss den ganzen kleinen Kofferraum vom Fiesta nachher umarrangieren. Das mache ich auch nach dem ausgiebigen letzten Frühstück auf der Terrasse. Das Zimmer war sehr schön, wenn auch etwas warm, wenn es draussen heiss und schwül war. Beim Auschecken lasse ich noch ein schönes Trinkgeld für das ganze Serviceteam fallen und dann geht's los.

Ich fahre so um zwanzig vor neun los, ein letztes Mal an Schloss Trautmannsdorff vorbei, denn ich nehme einen Umweg. Ich habe zwar den möglichen Programmpunkt des Bergbaumuseums gestrichen, weil ich beizeiten zurück in München sein will, aber diese halbe Stunde muss drin sein: Ich fahre auf der Landstrasse nach Bozen und muss dort leider mitten durch, damit ich ins Sarntal komme. Ich will auch dieses Tal wenigstens einmal vom Auto aus gesehen haben. Wenn man duch die langen Tunnel der Taleinfahrt gekommen ist, dann kann man die Schönheit des Tals auch bewundern. Am Ende hinter Pens wartet auf einen das Penser Joch, ein Pass nach Sterzing, der bis auf über 2200 Meter hinauf steigt. Der ist nicht sehr befahren an diesem Donnerstag vormittag, was gut ist, denn ab Pens ist die Strasse doch ein bisschen schmal - aber völlig ausreichend, denn selbst mit einem LKW als Gegenverkehr geht das. Der Anstieg am Talende ist schön über die Bergmatten, sobald man oberhalb der Wälder ist, und er ist recht einfach. Ein gutes Stück krasser ist der Abstieg nach Sterzing, weil er an deutlich steileren Hängen entlang geht und viel mehr Höhenunterschied überwindet: Sind es von Pens gut siebenhundert Höhenmeter, so sind es von Sterzing etwa 1300. Aber wie schon so viele Pässe ist auch der kein Problem für meinen Mietwagen.

Weniger als zwei Stunden nach der Abfahrt biege ich beim Hofer ein, noch einmal nachsehen, was ich für Leckereien zusätzlich mitnehmen könnte. Ich werde auch fündig: einen schottischen Whisky, der auf einer meiner Empfehlungslisten steht, für einen fairen Preis, dazu einen Spitzen-Grappa und ein paar Pasta. Dann geht es auch schon los, die Brenner-Landstrasse hoch. Und dort auf der Passhöhe, nachdem ich mich ausgiebig über einen Sonntagsfahrer geärgert habe, halte ich schon wieder an. Ich möchte die dortige Outlet-Mall ansehen und mir möglichst ein paar Poloshirts mitnehmen. Sie haben da ein fettes Parkhaus mit einer Fußgängerbrücke in eine noch größere Mall hingeklotzt. Davon mag man halten, was man will, jetzt ist es da. Nach einem Rundgang mit Fokus auf Sachen, die gerne hätte, schlage ich bei Bennetton zu mit einem ungewöhnlichen Pullover, zwei Polos und dem Impulskauf einer massiv reduzierten, schicken, leichten (Kunst-) Lederjacke. Bei Geox nehme ich mir auch noch ein paar günstige leichte Sneaker mit. Das muss aber wirklich reichen und ich fahre weiter, den Brenner hinunter.

Jetzt hält mich erst einmal nichts mehr auf, einen Reisebus, der sich hinunter arbeitet, kann ich rechtzeitig überholen, so dass ich freie Fahrt auf dem kurvigen Teil habe. Die Inntalautobahn ist wieder komplett auf 100 geregelt, was aber am Ende ein sehr entspanntes und kalkulierbares Fahren bedeutet. Bei Wiesing geht es wieder runter und hinauf Richtung Achensee. Auf dieser Strasse läuft es hinauf nach Pertisau aber sehr zäh, denn ein voll beladener Betonlaster will da auch hin. Macht nichts, der macht nur seinen Job und bremst nicht aus Willkür oder Inkompetenz. Im letzten Supermarkt in Österreich halte ich noch kurz an, um mir etwas Graukäse mitzunehmen, und etwas weiter halte ich noch einmal an der letzten Tankstelle, um zu tanken. Die paar Cent Vorteil nehme ich bei dem Füllstand meines Tanks mit. Über den Achenpass bis nach Rottach-Egern am Tegernsee läuft wieder alles gut und die Strasse ist recht frei, aber rund um den Tegernsee herrscht wieder der totale Verkehrsinfarkt, zudem bin ich eine ganze Zeit in einer Schlange hinter einem Bagger. Erst bei Kreuzstrasse wird es besser, und ich stehe erst wieder im Stau am Autobahnende in Ramersdorf. Das kann ich aber gut ertragen, bin ich doch fast daheim. Dort komme ich um Viertel nach drei an und kann in aller Ruhe mein Gepäck und meine Schätze ausladen. Genug Zeit, um auch im Kopf heimzukommen.


Fazit

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