Rückweg mit Tücken

Travelblog für 28.06.2019

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Ich stehe um Viertel vor sieben auf. Zum Frühstück gibt's die letzten Aprikosen, den letzten Müsliriegel und den Rest der Pampelmo-Grapefruitlimonade. Dann werden die letzten Gläser gespült und geprüft, dass mir beim Aufräumen und Packen nichts auskommen kann. Erst dann ist heute die Dusche dran und danach wird fertig gepackt. Der ganze Kram will auch hinunter ins Auto getragen werden. Ich mache den Weg viermal, dann ist alles verstaut und ich treffe die Hausherrin zur Abrechnung. Die ist eigentlich schnell gemacht, aber wir quatschen noch eine halbe Stunde über alles Mögliche, vor allem zum Reisen, sie kennt schon mein Travelblog und freut sich auf meine Texte zu diesem Aufenthalt. Beim Rausgehen kann ich mich auch von ihrem Mann verabschieden und um halb neun bin ich unterwegs.

Ich fahre wie geplant einfach gerade hinein nach Bozen, das geht zwar auch nicht schneller, fühlt sich aber für mich entspannter an als die kompliziert geführte Durchgangstraße. Ich fahre auf das Parkhaus am Bahnhof zu, fahre aber dann nicht hinein, sondern vorbei über die Eisack und schon bin ich auf der Brennerlandstraße und auch schon fast wieder raus aus Bozen. Auf dieser geht es gemütlich, aber ganz flüssig voran und kurz nach halb zehn bin ich in Brixen. Dort finde ich auch auf Anhieb das Parkhaus am Busbahnhof, das am besten für mich zum Dom liegt. Das sind nur wenige Minuten zu Fuß und ich bin da. Und gehe zuerst in den Kreuzgang, weil dieser mein Kulturziel des Tages ist. Der ist sehr beeindruckend, wird mir aber zuerst von einer geführten Reisegruppe ein wenig verdorben. Ich gehe erst einmal in der anderen Richtung um den Kreuzgang und nach ein paar Minuten ist die Gruppe wieder weg. Die Bedeutung dieser Fresken wird einem schnell klar mit den verschiedenen, sich zwar wiederholenden Themen, aber der großen Variationsbreite an Stilen und Darstellungsformen. Immer wieder eine besondere Freude sind die Versuche, exotische Tiere darzustellen. Hier mussten die Maler ihre Fantasie spielen lassen. Nach zwei Runden und vielen Fotos verlasse ich den Kreuzganz und will in den Dom, aber dort ist gerade eine Andacht - oder wieder die Führung. Ich muss sowieso schnell eine wichtige Email am Handy schreiben. Danach ist der Dom zwar ungestört zu besichtigen, da ich aber kein allzu großes Interesse an barocken Kirchen habe, bin ich da sehr schnell wieder draußen und gehe zurück zum Parkhaus. Weiter geht's nach Sterzing, mein Besuch in Brixen war gerade einmal eine dreiviertel Stunde lang.

Brixner Dom: Kreuzgang
Brixner Dom: Kreuzgang

Die Fahrt nach Sterzing ist ziemlich ereignislos, ich fühle mich zwar hin und wieder von einem vorausfahrenden Auto aufgehalten, aber die halten sich meist nur an das Speed Limit. In Sterzing will ich ja nur zu einem hervorragenden Feinkost-Supermarkt. Dabei habe ich eigentlich alles eingekauft, was ich mir vorgenommen hatte, ich kann nur sehen, ob ich noch etwas Feines entdecke. Ich kenne die Örtlichkeit ja gut, biege also auf den Parkplatz ein, aber die Schranke öffnet sich nicht. Da sehe ich das riesengroße Schild im Schaufenster, dass sie ausgerechnet jetzt Betriebsferien machen. Muss ich halt wieder rausbugsieren und weiter fahren. Dann geht es gleich auf den Brenner in die Outlet-Mall. Auch da denke ich, eigentlich brauche ich nichts, aber vielleicht finde ich was Schönes. Kurz nach elf bin ich im Parkhaus und gleich danach bin ich auch in der Mall. Ich komme auf die Idee, dass ich ein lässiges Hemd vielleicht doch brauchen könnte und werde natürlich fündig. Und einen coolen Pullover gibt es auch noch für mich. Und eine Grillpfanne für eine Person. Dazwischen nehme ich im Supermarkt noch etwas Graukäse, eine italienische Salami und einen kleinen Obstler mit. Damit gibt es auch keinen Grund mehr, in einem österreichischen Supermarkt anzuhalten. Das ist dann aber wirklich genug und um Viertel nach zwölf geht es weiter, den Brenner hinunter nach Innsbruck.

Hier sind eindetuig zu viele Trödler unterwegs, aber als ich so weit unten bin, wo man garantiert nicht mehr überholen kann, baut sich vor mir die maximale Fahrspassbremse auf: Vorne Rennradfahrer, die von einem Trecker dahinter genau nicht überholt werden können. Darauf folgt ein Mülllaster, der schon wegen seiner Ausmaße auf dieser Straße kaum zu überholen wäre. Dann ich und im Lauf der Zeit eine lange Schlange. Erst kurz vor Innsbruck Süd winken die Radler den Trecker vorbei. Der Mülllaster fährt sogar vor mir auf die Autobahn. Die Erleichterung ist nur von kurzer Dauer, denn schon bei Innsbruck West staut es sich fast bis zum Stillstand, weil so viele einfahren. Das wird aber auch nicht besser, denn immer wieder stockt es bis zu einer Brückenbaustelle. Erst danach geht es flüssig. Doch schon die Kreisverkehre der Abfahrt sind wieder voll. Das scheinen aber alles Leute zu sein, die aus dem Zillertal nach Innsbruck wollen, denn hoch zum Achensee sind nur ein paar Östereicher vor mir, die das so sportlich angehen, wie man es von ihnen gewohnt ist. In Maurach wird dann erst einmal billig vollgetankt. Die weitere Fahrt über den Achenpass ist, von einzelnen Bremsern abgesehen, recht ereignislos und um fünf nach zwei fahre ich über die Grenze nach Deutschland. Selbst am Tegernsee vorbei geht es heute in dieser Richtung über Bad Wiessee relativ gut, was für die Gegenrichtung nicht so gilt. Erst am Autobahnende in Ramersdorf ist wieder das erwartbare Freitagnachmittagschaos. Dank all dieser kleinen Verzögerungen wird es kurz nach halb vier bis ich daheim das Auto abstelle. Ausladen, auspacken und ich bin wieder daheim. Bleibt nur noch, das Travelblog fertigzustellen und zu veröffentlichen.


Fazit

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